Podiumsdiskussion

Wege zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit – Neue Möglichkeiten durch das Präventionsgesetz?

 

Armut gefährdet die Gesundheit

 

Donnerstag, 8. Juni 2017, ab 18:30 Uhr im Forum K – Tagungszentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus, St.-Pauli-Deich 24, 28199 Bremen

 

Arbeitslosigkeit und Transferleistungsbezug gefährden die Gesundheit - dieser fatale Zusammenhang lässt sich anhand der Statistik eindeutig belegen. Dabei sollte das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) gerade auch diesen Zusammenhang aufbrechen.

Die Idee dahinter ist einleuchtend: Mit dem neuen,  umfassenden Gesetz versuchen Bund und Länder Gesundheitsförderung sozusagen ins direkte Lebensumfeld der Menschen zu bringen: Entsprechende Präventionsangebote sollen deshalb  dort greifen, wo die Menschen leben, lernen oder arbeiten –  in der Nachbarschaft, in der Kita, der Schule und am Arbeitsplatz. Oberstes Ziel dabei: Krankheiten vermeiden, bevor sie entstehen.

Aber was hat sich getan, seit das Präventionsgesetz 2015 in Kraft getreten ist? Werden tatsächlich alle Menschen davon erreicht?

In der Theorie soll das neue Gesetz die Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung ausbauen und insbesondere auch jene ansprechen, die bisher kaum Präventionsangebote in Anspruch genommen haben.

Die Realität sieht allerdings anders aus: Trotz des Zusammenhangs zwischen Erwerbslosigkeit und schlechterem Gesundheitszustand, sind es  vor allem arbeitslose Menschen, die Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote kaum wahrnehmen.

Wie kann durch die Umsetzung des neuen Präventionsgesetzes mehr gesundheitliche Chancengerechtigkeit in Bremen und Bremerhaven hergestellt werden? Wie können insbesondere arbeitslose Menschen von gesundheitsfördernden Angeboten profitieren – auch um ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten? Welche Rolle spielen hierbei die kommunalen Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende und die Jobcenter? Wie kann ihre Zusammenarbeit mit dem Gesundheitssektor intensiviert und besser koordiniert werden? Wie lassen sich gesundheitsfördernde Angebote in bestehende Arbeitsmarktmaßnahmen integrieren? Was können wir von bisherigen Modellprojekten und den Erfahrungen anderer Kommunen lernen? Diese und weitere Fragen sollen am Donnerstag, 8. Juni, auf dem Podium und mit dem Publikum im „Forum K – Tagungszentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus“ diskutiert werden.


Nach einer Begrüßung durch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Steffi Dehne, werden Thorsten Spinn (Jobcenter Bremen) und Thomas Mikoteit (Jobcenter Essen) mit Impulsvorträgen zu den Themen „Prävention: Ist-Situation in Bremen“ und „Gesundheitsvorsorge: Erfahrungen und Best-Practice“ in die Debatte einführen. Anschließend diskutieren Eva Quante-Brandt (Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz), Thomas Mikoteit, Thorsten Spinn und Jörg Twiefel (GKV-Spitzenverband) untereinander und mit dem Publikum. Moderiert wird die Veranstaltung von Steffi Dehne. Nach einem Schlusswort der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Sybille Böschen, lassen wir die Veranstaltung bei einem Get-together ausklingen.