Geburtshilfe in Bremen

Kapazitäten sollen an steigenden Geburtenzahlen angepasst werden

 

Bremen braucht mehr Kreißsäle

 

Jetzt soll am Klinikum Bremen-Mitte eine zusätzliche Station für Risikoschwangere und Frühchen entstehen. Damit werden auch Kapazitäten für reguläre Geburten an den anderen Krankenhäusern frei. Die Versorgung im Bereich der Geburtshilfe in Bremen wird insgesamt entscheidend verbessert.

 

Die Zahl der Geburten in Bremen steigt immer weiter an. Das liegt zum einen daran, dass einfach mehr Kinder geboren werden. Zum anderen bringen mittlerweile zunehmend mehr Frauen aus dem niedersächsischen Umland ihre Kinder in Bremen zur Welt – auch weil im Bremer Umland die Kapazitäten im Bereich der Geburtshilfe in den vergangenen Jahren reduziert worden sind. „Aus dieser Entwicklung ergibt sich logischerweise ein Bedarf an drei bis vier zusätzlichen Kreißsälen und an zusätzlichen Eltern-Kind-Zimmern”, erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Steffi Dehne. Derzeit existieren an den fünf Krankenhäusern mit geburtshilflichen Fachabteilungen im Land Bremen insgesamt 22 Kreißsäle.

Das Ziel ist die optimale Versorgung für Risikoschwangere und extrem Frühgeborene sicherzustellen.


Der Bremer Senat hat zwischenzeitlich auf die Entwicklung reagiert. Im Zuge des Teilersatzneubaus am Klinikum Bremen-Mitte soll eine zusätzliche Station am Eltern-Kind-Zentrum entstehen. Dort sollen zukünftig Risikoschwangere und extrem frühgeborene Säuglinge versorgt werden. „Aus fachlicher Sicht ist das die absolut richtige Entscheidung“, erklärt Dehne, „denn es ist sinnvoll die Versorgung dieser oftmals kritischen Fälle an dem Ort zu konzentrieren, an dem auch eine spezialisierte Intensivstation und Chirurgie vorgehalten werden.“ Das Ziel ist die optimale Versorgung für Risikoschwangere und extrem Frühgeborene sicherzustellen. Und gleichzeitig werden durch diesen Ausbau am Klinikum Bremen-Mitte Kapazitäten für reguläre Geburten an anderen Krankenhäusern frei. „Damit bleiben neben den Häusern der GeNo auch die frei-gemeinnützigen Kliniken weiterhin ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Geburtshilfe im Land Bremen. Sie sollen durch die neuen Kapazitäten nicht verdrängt werden. Angesichts der steigenden Geburtenzahlen in Bremen werden sie weiter gebraucht, um eine gute Versorgung für alle Schwangeren sicherzustellen”, bekräftigt Dehne.

Bremen investiert damit in eine gute Lösung für werdende Eltern und ihre Kinder


Dass Bremen dabei die Investitionskosten in großen Teilen übernimmt, ist für die Sozialdemokratin angesichts der ohnehin großen finanziellen Belastung der Gesundheit Nord durch den Teilersatzneubau gerechtfertigt. „Bremen investiert damit in eine gute und medizinisch optimale Lösung für werdende Eltern und ihre Kinder. Das sollte uns allen ein Anliegen sein“, sagt Dehne – betont aber auch: „Bremen als Haushaltsnotlageland wird auch weiterhin das Gespräch mit Niedersachsen suchen müssen. Denn auch Mütter und Kinder aus dem Umland werden von der neu geschaffenen Station profitieren können. Und wenn Niedersachsen die entsprechenden medizinischen Angebote nutzt, sollte es auch bereit sein, einen Teil der Investitionskosten zu übernehmen.“

Positive Geburtserfahrungen sind die beste Werbung für jedes Haus und jede Klinik.


Für Bremen sei es jedenfalls keine Option, hochschwangere Frauen aufgrund mangelnder Kapazitäten im Bremer Geburtshilfebereich einfach in andere Bundesländer zu verlegen, sagt Dehne. „Eine solche Verlegung ist für die Frauen immer sehr belastend und daher nur in besonderen Risikokonstellationen überhaupt sinnvoll.” Für die Sozialdemokratin ist daher klar: „Eine deutliche, echte Entlastung wird in Bremen nur durch zusätzliche Kreißsäle zu schaffen sein.” Im Übrigen soll die Freiheit der werdenden Mütter, sich den Ort der Geburt auszusuchen, nicht angetastet werden. „Und positive Geburtserfahrungen sind definitiv die beste Werbung für jedes Haus und jede Klinik”, erklärt Dehne.