Schluss mit schnell und Billig

Iniativen für eine menschenwürdige Pflege

 

Pflege braucht Anerkennung!

Insgesamt etwa 19.000 Frauen und Männer arbeiten in Bremen und Bremerhaven in diesem Bereich – immer mehr von ihnen beklagen zunehmend schlechtere Arbeitsbedingungen und den steigenden Zeitdruck unter dem sie arbeiten müssen.

Viel mehr als „satt und sauber“, ist dabei häufig nicht drin, stattdessen gibt es Pflege im Minutentakt - und für die hohen psychischen und physischen Belastungen, die der Job mit sich bringt, erhalten viele dann auch noch einen unterdurchschnittlichen Lohn. Aber die Ungerechtigkeit beginnt schon in der Ausbildung: Statt - wie in anderen Berufen üblich - erhalten nicht alle „Pflege-Azubis“ von Anfang an eine Ausbildungsvergütung, sondern müssen stattdessen oft sogar noch Schulgeld bezahlen.

Fachkräftemangel? Kein Wunder!

 

„Angesichts dieser Bedingungen, ist es kein Wunder, dass wir im Pflegebereich mit einem extremen Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Um das zu ändern, brauchen Pflegerinnen und Pfleger in ihrem Job endlich die Anerkennung und Bezahlung, die sie verdienen“, betont der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Reinken.

„Als SPD treten wir deshalb für eine schulgeldfreie Ausbildung und eine Ausbildungsvergütung vom ersten Tag an ein. Darüber hinaus müssen alle für das Arbeitsverhältnis wesentlichen Fragen von Gewerkschaften und Arbeitgebern in Tarifverträgen geregelt werden. Ziel muss es sein, über einen Branchentarifvertrag einheitliche Mindeststandards zu definieren. Ein solcher Tarifvertrag kann auf Landesebene für allgemeinverbindlich erklärt werden und so Mindeststandards für alle Pflegekräfte gesetzlich festschreiben. Lohndumping wäre dann in der Pflege legal jedenfalls nicht mehr möglich“, so Reinken.

Ebenso wichtig wie die Festlegung von Mindestentgelten und Arbeitsbedingungen sei darüber hinaus die Definition von Mindestpersonalstandards durch die Bundesregierung.

„Eine angemessene Personalausstattung ist Voraussetzung für qualitativ gute Pflege und zumutbare Arbeitsbedingungen. Die in Bremen geltenden Fachkräftequoten greifen nicht, so lange diese Mindeststandards für die Personalausstattung nicht geregelt sind. Die Festlegung dieser Standards sollte einer mit Gewerkschaften, Pflegeverbänden, Krankenkassen und Krankenhäusern besetzten Kommission übertragen werden, die dabei auch strukturelle Unterschiede und regionale Besonderheiten berücksichtigen muss“, so der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Winfried Brumma.

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege ist aber nicht nur ein Anliegen der Beschäftigten. Eine qualitativ gute Pflege liegt im gesellschaftlichen Interesse und braucht eine ausreichende Finanzierung. Eine Anhebung der Pflegeversicherung und die angestrebte Bürgerversicherung würden die aktuelle Notlage spürbar entschärfen.