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18.01.2013  Anfrage

Landtag: Mehr Wahlmöglichkeiten in der Gymnasialen Oberstufe

Wir fragen den Senat:

<article>Gemäß der Vereinbarung der Kulturministerkonferenz (KMK) zur Gestaltung der Gymnasialen Oberstufe vom 1.08.2008 wurde die Auswahl der Prüfungsfächer stärker auf die Kernfächer konzentriert. Demnach müssen zwei der drei Fächer Deutsch, fortgesetzte Fremdsprache oder Mathematik Prüfungsfächer sein. Mit der Veränderung der Auswahl der Prüfungsfächer wurde die Wahl der Leistungsfächer beschränkt, indem zum Beispiel keine zwei naturwissenschaftlichen Leistungsfächer mehr belegt werden dürfen. Dies steht im Widerspruch zur politischen Zielsetzung, den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu stärken.

Die KMK sieht deshalb die Möglichkeit vor, ein fünftes obligatorisches Prüfungsfach einzuführen, wobei die Prüfung wahlweise als Projektprüfung oder als Präsentationsprüfung durchgeführt werden kann. Abgesehen vom Mehraufwand an Prüfungsvorbereitungen hätten Schülerinnen und Schüler dadurch nicht nur erweiterte Wahloptionen, sondern auch besondere Möglichkeiten, ihre individuellen Fähigkeiten zu berücksichtigen. Anders als Klausuren sind Präsentationen und Projekte darüber hinaus zukunftsorientierte Prüfungsformen, bei denen Schülerinnen und Schüler zusätzliche methodische und soziale Kompetenzen erwerben können.

Die Einführung eines 5. Prüfungsfaches wurde vor drei Jahren auf einen Zeitpunkt verschoben, in dem der Doppeljahrgang bewältigt und die Schulentwicklung weiter vorangeschritten ist. Dieser Zeitpunkt ist nun erreicht.

Wir fragen den Senat:
1. Welche Bundesländer haben bereits ein 5. Prüfungsfach in welcher Prüfungsform eingeführt und welche Erfahrungen wurden dort mit dem 5. Prüfungsfach gesammelt?

2. Welche Erkenntnisse hat der Senat, wie hoch der Anteil der Schülerinnen und Schüler war, die vor der Umsetzung der KMK-Vereinbarung zur Gymnasialen Oberstufe im Bundesland Bremen zwei Naturwissenschaften als Leistungsfächer angewählt haben?

3. Welche Vor- und Nachteile sind aus Sicht des Senats für Schülerinnen und Schüler, für die Lehrkräfte und für die Schulen mit einem 5. Prüfungsfach verbunden und wie bewertet er diese?  

4. Wie beurteilt der Senat dabei den zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte?


5. Welche Erfahrungen wurden nach Kenntnis des Senats in den Schulen mit der Projektarbeit gesammelt, die in der Qualifikationsphase verbindlich angefertigt werden muss, und welche Konsequenzen ließen sich daraus für die Einführung eines 5. Prüfungsfaches ziehen?

Sybille Böschen, Mustafa Güngör, Björn Tschöpe und Fraktion der SPD</article>