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09.08.2013  Pressemitteilung

Modellprojekt „Anonymisiertes Bewerbungsverfahren“ starten


SPD-Bürgerschaftsfraktion Land Bremen

Bremen, Freitag 9. August 2013

Modellprojekt „Anonymisiertes Bewerbungsverfahren“ starten

Die Verwendung von anonymisierten Bewerbungsverfahren ist ein wirkungsvolles Instrument wenn es darum geht, Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Herkunft aber auch Alter abzubauen. In verschiedenen Bundesländern und im Bund sind deshalb in der Vergangenheit entsprechende Pilotprojekte gestartet worden. „Die Erfahrungen zeigen, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren in der Regel gut umzusetzen sind und dem Grundsatz der Bestenauslese ebenso Rechnung tragen, wie herkömmliche Verfahren“, so der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Elombo Bolayela anlässlich der heutigen Sitzung des Gleichstellungsausschusses der Bremischen Bürgerschaft.

„Es darf nicht sein, dass Menschen wegen ihres Alters oder ihrer Herkunft Nachteile haben. Auch das Geschlecht darf keine Rolle spielen. Die Qualifikation ist das Entscheidende. Das anonymisierte Verfahren ist ein gutes Instrument, um mehr Chancengerechtigkeit für alle zu erreichen“, so Bolayela weiter. Aus Untersuchungen wisse man auch, dass Menschen mit nicht-deutschem Namen deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen würden, als eine Frau Meier oder ein Herr Schmidt. Hervorgehoben werde zudem der positive Effekt, dass durch solche Bewerbungsverfahren Diskussionen zur interkulturellen Öffnung in den Behörden angestoßen werden und die Sensibilität für das Thema insgesamt steige. Die SPD hat aus diesem Grund schon mehrfach angeregt, entsprechende Verfahren auch in Bremen einzusetzen. „Da innerhalb der bremischen Verwaltung und auch in den Gesellschaften bisher noch keine Erfahrungen vorliegen, wäre eine Anwendung in allen Ressorts unabhängig von deren Größe oder Anforderungen ohne vorherige Erprobung jedoch mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden. Deshalb schlagen wir noch einmal vor, ein Pilotprojekt in mindestens einer hierfür geeigneten senatorischen Behörde oder einer bremischen Gesellschaft durchzuführen“, so Bolayela abschließend.