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08.08.2014  Pressemitteilung

„Wir haben das Recht, dass man uns zuhört“ / Elombo Bolayela diskutierte mit Sprachschülern

Das Bild zeigt Elombo Bolayela gemeinsam mit Kursteilnehmern. Foto: SPD-Abgeordnetengemeinschaft

Sie kommen aus aller Herren Länder, haben zum Teil bereits auf verantwortungsvollen Posten gearbeitet oder stehen noch am Anfang ihrer Berufslaufbahn, sind jung oder schon etwas älter – und haben doch einen gemeinsamen Wunsch: Richtig „anzukommen“ in der deutschen Arbeitswelt.

Der Kurs „Berufsbezogene Deutschförderung“, den der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Elombo Bolayela jetzt bei einem Informationsbesuch kennenlernte, soll die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diesem Ziel ein gutes Stück näherbringen.

Den Männern und Frauen im VHS-Gebäude am Breitenweg war Bolayela hochwillkommen - schließlich ist der Abgeordnete so etwas wie ein lebender Beweis dafür, dass man es als Einwanderer in Deutschland schaffen kann, sich erfolgreich in Berufsleben und Gesellschaft zu integrieren – trotz oft widriger Startbedingungen.

Wie findet man den Einstieg in die deutsche Sprache als Schlüssel zur Integration? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Besuchs des aus dem Kongo stammenden SPD-Politkers, der seine Gesprächspartner dazu einlud, sich in Bremen zu Hause  zu fühlen – und offensiv nach ihrer persönlichen Chance zu suchen.

Die „Berufsbezogene Deutschförderung“ soll den Teilnehmern das entsprechende Rüstzeug vermitteln. Der Kurs bietet über sechs bzw. 12 Monate neben Deutschunterricht auch Berufskunde und Bewerbungstraining sowie Betriebsbesichtigungen und ein Praktikum. Das Angebot, das die Volkshochschule, das Bildungszentrum der Wirtschaft und das Paritätische Bildungswerk gemeinsam tragen, wird vom Europäischen Sozialfonds finanziert.

Bolayela berichtete von seinen Erlebnissen als Flüchtling und Asylbewerber, von seinen Anstrengungen, sich die neue Sprache anzueignen, von seiner handwerklichen Ausbildung und schließlich seinem Weg in die Bremische Bürgerschaft.

„Nur unter Landsleuten zu bleiben – das bringt gar nichts“, ist Bolayelas Erfahrung, der stattdessen versuchte, deutsch zu sprechen, wo immer es ging: In der Kirche, in Vereinen, im Familienzusammenhang. Kontakt mit den Menschen, „einfach viel mit den Leuten reden“, sich trauen – das habe ihm die Sprache und Land immer näher gebracht. „Und wir haben das Recht, dass uns die anderen zuhören!“, so Bolayela.

Sein Selbstbewusstsein als Neu-Bremer mit afrikanischen Wurzeln sei Stück für Stück gewachsen. Auf genau diesem  mühevollen Weg befinden sich die Männer und Frauen aus Asien, Afrika, Südamerika und Europa, die im VHS-Gebäude von ihren Erfahrungen berichteten – von abwiegelnden Beratern im Jobcenter, der Suche nach einem Ausbildungsplatz mit Mitte 30 oder einem Job weit unterhalb der ursprünglichen eigenen Qualifikation - weil der ausländische Abschluss nicht anerkannt wird.

Einige Teilnehmer sind erst Monate in Deutschland, andere bereits etliche Jahre, einige haben Familie, andere sind allein – sehr unterschiedliche Menschen Biographien treffen in diesem Kurs zusammen. Den Wunsch, endlich anzukommen, haben sicher alle von ihnen.