Jasmina Heritani

Am Markt 20
28195 Bremen

 

Jasmina Heritani


Warum ausgerechnet Politik?

„Ich wurde 1982  als Tochter einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters geboren. Ich bin also mit zwei Kulturen aufgewachsen. Mit dem arabischen Frühling und dem Aufstand in Syrien ist auch mein politisches Interesse erwacht. Denn der Kampf vieler syrischer Menschen für Freiheit, Demokratie und politische Teilhabe hat mir bewusst gemacht, wie wertvoll das Leben in einer Demokratie ist. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, mich hier vor Ort  in Bremen politisch zu engagieren. Und dies tue ich in der SPD, weil meine Familie und ich uns schon immer der Sozialdemokratie verbunden gefühlt haben. Denn die  SPD war und ist für mich die Partei der sozialen Gerechtigkeit und der Chancengleichheit.”

Ein wichtiger Punkt auf der politischen Habenseite?

„Bremen und Bremerhaven sind Städte der Vielfalt, der Anerkennung, der Toleranz und der Offenheit. Und das hat ganz entscheidend mit sozialdemokratischer Politik zu tun.
Immer wieder sind Menschen nach Bremen gekommen, die hier Arbeit oder Schutz gesucht haben. Das war nie einfach, denn Vielfalt birgt auch Konfliktstoff in sich. Der „Fremde“ ist für viele ein Unsicherheitsfaktor. Erst, wenn man sich kennenlernt, wenn Begegnung stattfindet, kann Vertrauen wachsen und Respekt entstehen. Und dafür hat die SPD immer wieder gekämpft. Deshalb ist es auch eine große politische Leistung, dass Bremen und Bremerhaven so weltoffene und interkulturelle Städte sind. Und es ist ebenfalls eine Errungenschaft sozialdemokratischer Politik, dass Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Bremen so eng und vertrauensvoll mit den Muslimen, aber auch mit den anderen Religionsgemeinschaften, zusammenarbeiten wie in keiner anderen Stadt. Ich persönlich bin sehr dankbar dafür, dass ich seit einigen Jahren, unter anderem mit dem Syrischen Exil-Kulturverein SEKU dabei mitwirken darf.”

Wo muss noch weitergearbeitet werden?

„Kinder sind unsere Zukunft, und weil sie die schwächsten sind, gehören sie an die erste Stelle der Gesellschaft. Gute Bildung für ALLE Kinder ist der Schlüssel für ein gelingendes Leben. Leider ist bei uns der Bildungserfolg immer noch vom Geldbeutel der Eltern abhängig. Schulen und Kitas – gerade in den Stadtteilen, die nicht von Wohlstand geprägt sind, – müssen bestmöglich ausgestattet werden. Bei meiner Arbeit in der Aufsuchenden Bildungsberatung erlebe ich außerdem täglich, wie nötig gezielte Qualifizierungsmaßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt sind. Vor allem alleinerziehende Frauen brauchen passende Fortbildungsmaßnahmen und eine verlässliche Kinderbetreuung. Offene Arbeitsstellen und fehlende Fachkräfte auf der einen sowie arbeitslose Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, die Kompetenzen haben, auf der anderen Seite – wie passt das zusammen? Hier muss etwas passieren! Es muss konkrete Maßnahmen geben, die eine schnelle Integration von zugewanderten Menschen in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Wir müssen in den Aus- und Fortbildungsbereich investieren, denn nur so können die Unternehmen Fachkräfte gewinnen.”

… und nach dem politischen Feierabend?

„Ich bin Mutter von drei wunderbaren Kindern, mit denen ich meine Freizeit gerne in der Natur verbringe. Ich lebe mit meiner Familie in Gröpelingen, und wir unternehmen gerne etwas im Stadtteil wie Eislaufen, Schwimmen  oder an der Weser spazieren gehen. Außerdem treffe ich mich gerne mit Freundinnen und Freunden und lese gerne, im Moment auch viel über Politik. Allerdings ist meine Freizeit relativ begrenzt, da ich neben meinem Beruf auch noch an meiner Doktorarbeit schreibe.”

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