Arbeitsförderung: Ansetzen, wo die Not am größten ist

Bei der Arbeitsmarktförderung in Bremen sollen künftig deutliche Schwerpunkte gesetzt werden. Die rot-grüne Koalition will dabei vor allem langzeitarbeitslose und junge Menschen ohne Berufsabschluss in den Blick nehmen.  „Konkret: Uns geht es darum alle Maßnahmen, Projekte und Angebote der Arbeitsförderung künftig konsequent auf die Bekämpfung von Armut auszurichten“, fasst der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Reinken, zusammen.

 

Ein entsprechendes Arbeitsmarktprogramm hat die Bürgerschaft auf Initiative der SPD-Fraktion Ende 2013 beschlossen. Insgesamt sind dafür in den Jahren 2014 und 2015 jeweils vier Millionen Euro vorgesehen. Damit sollen einerseits die rund 30-prozentige Kürzung entsprechender Fördermittel des Europäischen Sozialfonds zumindest teilweise ausgeglichen werden, andererseits aber auch neue Wege gegangen werden.

„Einen Schwerpunkt müssen künftig Angebote bilden, die jungen Menschen dabei helfen einen Berufsabschluss zu erlangen. Außerdem geht es darum Langzeitarbeitslosen eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Wir setzen also genau dort an, wo die Not am größten ist – denn letztlich liegt hier der Kern von Armut“, so der SPD-Arbeitsmarktpolitiker. Dazu sollen alle bisherigen Arbeitsförderungsangebote auf ihre Wirkung hin überprüft werden: „Es geht um Effizienz und Übersichtlichkeit: Wir können und wollen uns keine Doppel- und Mehrfachstrukturen mehr bei den arbeitsmarktpolitischen Angeboten der Beratungsstellen, Beschäftigungs- und Bildungsträger leisten.“

Generell sollen Arbeitsmarktförderungskonzepte daher nur noch gefördert werden, wenn sie – innerhalb einer Maßnahme – unmittelbar den Betroffenen, also insbesondere Langzeitarbeitslosen oder jungen Menschen und Berufseinsteigern zugutekommen. Bei allen Angeboten und Maßnahmen soll eine klare Arbeitsmarktorientierung im Fokus stehen – insbesondere durch die Unterstützung bei der Erlangung eines Berufsabschlusses.

„Um das zu erreichen, wollen wir beispielsweise Jugendberufsagenturen einrichten, in denen die vielzähligen Angebote der bestehenden Beratungseinrichtungen gebündelt und effizienter eingesetzt werden“, sagt Reinken. Gerade um auch Langzeitarbeitslosen neue Chancen zu verschaffen, sollen darüber hinaus die bisherigen Förderketten auf den Prüfstand gestellt werden. Reinken: „Statt Menschen, die länger arbeitslos sind, mit wiederholten Bewerbungsworkshops und ungezielten Maßnahmen in die Warteschleife zu schicken, brauchen wir systematisch geplante, nachhaltige Hilfsangebote, die für die Betroffenen tatsächlich Erwerbsperspektiven eröffnen. Letztlich geht es darum, im Blick zu behalten, worum es bei allen Arbeitsmarktfördermaßnahmen gehen muss, nämlich darum, Menschen an Erwerbsarbeit heranzuführen, um ihnen einen eigenständiges Leben zu ermöglichen.“