Auf dem Sprung nach oben?

Montag, 20. Juni 2016, ab 18.30 Uhr im Haus der Bürgerschaft, Festsaal, Am Markt 20, 28195 Bremen

Seit Anfang des Jahres gilt die Frauenquote: Rund 100 große, börsennotierte Unternehmen müssen seither 30 Prozent ihrer Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen. Weitere rund 3500 Firmen sind verpflichtet, sich verbindliche Ziele zu setzen, um den Frauenanteil in Aufsichtsräten, Vorständen und im obersten Management zu erhöhen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) spricht von einem „historischen Schritt für die Gleichberechtigung der Frauen in Deutschland“ – aber wie sehen die Chancen von Frauen in der Wirtschaft tatsächlich aus?

Nach wie vor gibt es sie – die sogenannte „gläserne Decke“. Diese Metapher beschreibt die unsichtbare Barriere, auf die viele Frauen im Laufe ihrer Karriere immer noch häufig stoßen. Aber wie sieht die Situation in Bremen aus? Wie schwer ist es für Frauen Spitzenpositionen in der Wirtschaft zu erreichen oder hat ein Umdenken in den Unternehmen stattgefunden?

Die Antwort dürfte „Ja“ und „Nein“ lauten. Einerseits sind Frauen in vielen Bereichen auf dem Sprung nach oben, andererseits herrscht in anderen Branchen allerdings immer noch vornehmlich „Männerwirtschaft“. Auch wirtschaftspolitisch muss deshalb nach neuen Ansätzen gesucht werden, meint die arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Sybille Böschen. „Tatsächlich stehen politisch bislang in erster Linie die drei großen Cluster Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie sowie die Logistik- und Hafenwirtschaft im Fokus – was aufgrund der Bedeutung der Bereiche für den Standort Bremen sicher richtig ist. Gleichzeitig fördert Bremen damit allerdings vor allem Bereiche, in denen nach wie vor Männer dominieren.“

Welche Chancen in der „Männerwirtschaft“ dennoch für Frauen bestehen, welche Erfolgswege nach oben führen und welche Hürden lauern – darüber wollen wir an diesem Abend mit Frauen, die ihren Weg in verschiedenen Bereichen gemacht haben, diskutieren.

Was sind ihre ganz persönlichen Erfahrungen? Was hat auf ihrem Weg gut geklappt oder eben nicht? Welche arbeitsmarkt- oder wirtschaftspolitischen Instrumente waren förderlich? Und nicht zuletzt: Was kann und muss politisch noch verbessert werden, um bestehende Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, damit mehr Frauen der Weg in Führungspositionen eröffnet wird?

Diese und weitere Fragen sollen bei unserer öffentlichen Podiumsdiskussion am Montag, 20. Juni, ab 18.30 Uhr, im Festsaal des Hauses der Bürgerschaft im Vordergrund stehen.

Nach einer Begrüßung durch die arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Sybille Böschen, folgt ein einführender Vortrag zum Thema „Frauen und die Bremer Wirtschaftsstruktur von Dr. Marion Salot und Dr. Esther Schröder (beide Arbeitnehmerkammer Bremen). Im Anschluss diskutieren Prof. Dr. Silke Eckardt (Hochschule Bremen), Claudia Kessler (Women in Aerospace), Luise Lübke (Baukasten Architektur und Bauschule), Andrea Rodloff (BLG) und Dr. Anne Schönewald (Lürssen Werft) auf dem Podium und mit dem Publikum zum Thema „Erfolgswege von Frauen in der bremischen Wirtschaft“. Moderiert wird die Runde von Petra Navel (English2business).

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