Fahne setzen zum Christopher Street Day

Es war „nur“ ein weiterer, willkürlicher Polizeieinsatz. Doch in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 stieß die New Yorker Polizei in Greenwich Village  plötzlich auf vehementen Widerstand: Bei einer Razzia, im „Stonewall Inn“ an der Christopher Street, lehnten sich die Gäste gegen die Beleidigungen und Diskriminierungen durch die Beamten auf.

Es folgten mehrtägige gewaltsame Auseinandersetzungen – und nach dem sogenannten „Stonewall-Aufstand“ formierte sich eine neue Bewegung: In der „Gay Liberation Front“ kämpften Schwule und Transgender erstmals öffentlich für Toleranz gegenüber Homosexuellen.

Seither wird in New York unter dem Zeichen der Regenbogenflagge jährlich mit einer bunten Parade an den Stonewall-Aufstand gedacht.  Auch in Deutschland schlug der Aufstand Wellen – und motivierte Schwule, Lesben und Transgender, sich für ihre Rechte stark zu machen. 1979 schließlich wurde auch in Berlin und Bremen erstmals am „Christopher Street Day“ unter der Regenbogenflagge demonstriert. Mittlerweile ist daraus eine Großveranstaltung geworden, die mit einer schillernden Parade weiterhin ein Zeichen für die Rechte der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender setzt.

In diesem Sinne hat auch die Bremische Bürgerschaft 2014 erstmalig und buchstäbliche Flagge gezeigt.

Auf Initiative der SPD-Fraktion hatte die Stadtbürgerschaft in ihrer Juni-Sitzung beschlossen, dass in Erinnerung an den Stonewall-Aufstand am 28. Juni die Regenbogenflagge am Haus der Bürgerschaft wehen soll. „Die Bremische Bürgerschaft betreibt seit 2007 einen konsequenten Kurs der Entdiskriminierung von Homosexuellen. Es ist daher richtig, dass wir dieser politischen Grundhaltung jetzt mit der Regenbogenflagge auch symbolisch Ausdruck verleihen“, betonte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Björn Tschöpe, dazu in der entsprechenden Bürgerschaftsdebatte.