Positionspapier

 

Innenstadt: Chancen ergreifen, Knoten durchschlagen!

Chancen ergreifen, Knoten durchschlagen, Aufenthaltsqualität erhöhen:

SPD will straßenbahnfreie Obernstraße als „Herzstück der Innenstadt“

Die Bremer SPD zieht fest an einem Strang, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt spürbar zu erhöhen. Vertreter der SPD-Landesorganisation, der Bürgerschaftsfraktion und des Unterbezirks Bremen-Stadt verdeutlichten am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz, dazu müssten zum einen die bestehenden Vorhaben für die City weiter engagiert vorangetrieben werden. Zum anderen müsse nun „der Knoten durchschlagen“ und die Weichen für eine Verlegung der Straßenbahn von der Obernstraße in die Martinistraße gestellt werden.

Wetjen: „Paradigmenwechsel von Konsumzone zu Erlebniswelt“

„Wir wollen einen Paradigmenwechsel weg von einer reinen Konsumzone hin zu einer Erlebniswelt Innenstadt, die sich durch hohe Aufenthaltsqualität und vielfältige Angebote auszeichnet“, erklärte der SPD-Landesvorsitzende Reinhold Wetjen. Sowohl die beiden Innenstadt-Gipfel als auch das vor zwei Wochen vorgestellte Innenstadtkonzept von Senat und Handelskammer („Strategie Centrum Bremen 2030+“) hätten dabei „hervorragende Ansätze“ für eine höhere Attraktivität und stärkere Durchmischung zutage gebracht und damit eine gute Ausgangsposition für die zukünftige Gestaltung der Innenstadt geschaffen. Nun seien in weiteren Schritten die offenen Fragen in dieser Strategie zu prüfen und eine zügige Klärung herbeizuführen.

Darüber hinaus böte sich durch den beabsichtigten Umbau der Haltestellenanlage Domsheide nun die außergewöhnliche Gelegenheit, die Innenstadt mit einer veränderten Straßenbahnführung zukunftsfähig zu machen und zeitgemäß wiederzubeleben. „Wir wollen eine Innenstadt, die mit einer weitläufigen Fußgängerzone zum Flanieren, Verweilen und Erleben einlädt“, so Wetjen. „Denn die Straßenbahnverlegung ist kein Selbstzweck. Hier geht es um das Herzstück unserer Innenstadt.“

Güngör: „Begrüßen Konsens der Machbarkeitsprüfung“

In einem neuen Argumentationspapier legen die Sozialdemokraten ausführlich „den hohen Nutzen“ dar, der nach ihrer Beurteilung die Verlegung der Straßenbahn aus der Obernstraße mit sich bringen würde. „Es ist eine Chance, die es jetzt zu nutzen gilt – sei es aufgrund einer notwendigen Steigerung der Aufenthaltsqualität, sei es aufgrund einer breiteren Nutzungsdurchmischung, sei es zur Attraktivitätssteigerung des Einzelhandels und des Flanierens, sei es zum Erleben und Genießen von Kulturangeboten, sei es zum Verweilen in der Außengastronomie oder sei es zum Ansiedeln eines Innenstadt-Campus“, erläuterte der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion Mustafa Güngör, der dabei auch auf zwei eigens erstellte Visualisierungen einer straßenbahnfreien Obernstraße verwies.

Um gleich „Nägel mit Köpfen“ zu machen, forderte der Fraktionschef eine Machbarkeitsstudie, für die umgehend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssten. Das Papier der SPD enthält dazu bereits eine ganze Reihe konkreter Prüfaufträge für die Umsetzung des Vorhabens. „Wir wollen da einen entscheidenden Schritt vorankommen“, so Güngör, der darauf hinwies, dass auch in dem erwähnten Innenstadtkonzept des Senats eine solche Machbarkeitsprüfung aufgeführt wird. „Diese Vorgehensweise, die innerhalb des Senats bereits Konsens ist, begrüßen wir ausdrücklich.“

Schiemann: „Schritt hin zu fußgängerfreundlicher Innenstadt“

Anja Schiemann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Bremen-Stadt, unterstrich die Bedeutung der Obernstraße als „Kern einer lebendigen Innenstadt“. So hänge eine nachhaltige Aufwertung des gesamten City-Bereiches inklusive Martinistraße und Schlachte auch ganz wesentlich von einer guten Entwicklung der Obernstraße ab. „Nur mit einer attraktiven Obernstraße wird die Martinistraße einen Mehrwert entwickeln können“, betonte Schiemann. „Zudem wäre die Verlegung ein logischer Schritt hin zu einer fußgängerfreundlichen Innenstadt, wie wir dies ja auch mit unserem Konzept der 10-Minuten-Stadt deutlich machen.“

Abschließend wiesen die Sozialdemokraten darauf hin, dass eine Bündelung der Straßenbahnhaltestellen an der Domsheide direkt vor der Glocke nach wie vor schwer vorstellbar sei, da dies den Betrieb des Konzerthauses in mehrerlei Hinsicht empfindlich einschränken würde. „Um den Wert des Konzerthauses einerseits und das Gebäude als Denkmal andererseits seinem herausragenden Wert entsprechend für Bremen noch besser zur Geltung kommen zu lassen, bedarf es eines Umfeldes, das einem Konzerthaus von internationalem Rang gerecht wird“, heißt es in dem Papier der Sozialdemokraten. Von daher müsse die Machbarkeitsprüfung auch zwingend die Bündelung der Haltestellen in der Balgebrückstraße enthalten.

 

 

Copyright Obernstraße-Illustration:  „ravens+architekten/Archisurf“

Teilen via:
FacebookTwitter