Frauenrechte

 

Böschen: „Die Vorgaben des § 219a müssen fallen!“


Dürfen Ärzte darüber informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen und wie dieser Eingriff vonstattengeht? Über den § 219a, der genau dies bislang verbietet, herrschen nicht nur im Bund unterschiedliche Ansichten zwischen SPD und CDU.

„Es ist doch abstrus, diese Informationen Werbung zu nennen, und so zu tun, als ob sich Frauen dadurch erst entscheiden, ihre Schwangerschaft zu beenden“, betont die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sybille Böschen. Für sie steht fest: „Die aktuelle Diskussion wird unter einer völlig falschen Überschrift geführt. Es geht nicht um „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche. Es geht um die Informationsfreiheit und die freie Arztwahl von Frauen!“

Schwangere, die sich für einen Abbruch entscheiden, benötigten vor allem kompetente Informationen  und müssten wissen, an welchen Arzt oder welche Ärztin sie sich dazu wenden können – nur so werde ihnen die freie Arztwahl ermöglicht, betont die Sozialdemokratin. Böschen: „Für uns steht daher fest: Die Vorgaben des § 219a, die es Ärztinnen und Ärzten verbieten, auf die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen hinzuweisen, müssen fallen. Das ist unser klarer Anspruch an die Bundespolitik.“

Aber auch auf Landesebene will die Fraktion aktiv werden. Böschen: „Wir zeigen nicht nur auf den Bund, sondern wollen in Bremerhaven und Bremen tun, was möglich ist. Unsere Zielsetzung: Damit Frauen sich angemessen informieren können, soll in allen Bremer und Bremerhavener Beratungsstellen, die nach dem Bremischen Schwangeren Beratungsgesetz Hilfe und Beratung anbieten, eine Liste der Ärztinnen und Ärzte einsehbar sein, die im Land Bremen Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Einen entsprechenden Bürgerschaftsantrag, der genau das fordert, haben wir deshalb zur weiteren Diskussion bereits an unseren grünen Koalitionspartner gesandt.“

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