Justiz

 

A8 als Eingangsamt im Justizvollzug


Mit der Änderung der Anlage I zum Bremischen Besoldungsgesetz wird die Anhebung des Eingangsamtes für den Allgemeinen Vollzugsdienst und den Werkdienst im Justizvollzug von Besoldungsgruppe A 7 auf A 8 umgesetzt.

Die Anhebung ist erforderlich, um die Nachwuchssituation im Justizvollzug nachhaltig zu verbessern. Die Bewerberlage der vergangenen Jahre hat sich als Folge der Veränderungen am Arbeitsmarkt überaus negativ entwickelt. Zwischen 2008 und 2018 ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber von 484 auf 220 zurückgegangen. Für den aktuellen Ausbildungslehrgang ist die Gesamtbewerberzahl zwar wieder angestiegen, allerdings ist hier die Quote derjenigen Bewerberinnen und Bewerber, die das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen haben und sich damit als uneingeschränkt geeignet erwiesen haben, sehr gering, so dass bereits Abstriche an dem erwarteten Eignungsniveau gemacht werden mussten, um alle Ausbildungsplätze zu besetzen.

Diese Situation trifft auf eine Entwicklung steigender Belastungen des Allgemeinen Vollzugsdienstes auf Grund einer Reihe unterschiedlicher Faktoren. Die Zahl der psychisch auffälligen Gefangenen steigt, aggressives und gewaltbereites Verhalten nimmt zu, neue Herausforderungen entstehen zum einen durch extremistische Gefangenen, zum anderen durch das zunehmend älter werdende und damit betreuungsintensivere Gefangenenklientel, und nicht zuletzt bestehen zusätzliche Erschwernisse durch den erhöhten Anteil ausländischer Gefangenen ohne adäquate Deutschkenntnisse. Angesichts dieser Belastungen auf Dauer zu bestehen, erfordert neben dem fachlichen Wissen vor allem die uneingeschränkte psychische Stabilität der Bediensteten.

Um dem Auftrag des Justizvollzuges auch weiterhin gerecht zu werden, die Menschen in Haft auf ein Leben in Freiheit ohne erneute Straftaten vorzubereiten, muss auf das Eignungsniveau besonderer Wert gelegt werden. Angesichts des hohen Bedarfs an Nachwuchskräften durch den gestiegenen Personalbedarf der JVA – der Gefangenenbestand ist in den vergangenen vier Jahren um 140 auf 640 mit weiter steigender Tendenz angewachsen – und die anhaltend hohe Fluktuation hat dieser Punkt eine sehr große Bedeutung für die weitere strategische Personalentwicklung des Justizvollzuges. Ohne die vorgesehene finanzielle Verbesserung der Eingangsbesoldung wäre zu befürchten, dass die Attraktivität des Justizvollzugsdienstes in der Konkurrenz zu anderen Arbeitgebern noch weiter zurückfällt. In der Folge wäre auch die Weiterführung des für die Resozialisierung wichtigen Ansprechpartnersystems der JVA Bremen in Frage gestellt.“

Teilen via:
FacebookTwitter