Kinder- und Jugendschutz

 

Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche bei häuslicher Gewalt


Wie viele aktuelle Studien hinreichend belegen, werden Kinder und Jugendliche in Deutschland auch heute noch in einem erschreckend hohen Maße Opfer von häuslicher Gewalt. Dieses bedeutet bezogen auf das Land Bremen, dass auch Bremer Kinder und Jugendliche in demselben erschreckenden Ausmaß in ihrem familiären oder häuslichen Umfeld physischen, psychischen oder sexualisierten Gewalthandlungen durch ihre Bezugspersonen ausgesetzt sind und/oder Zeuge von Partnerschaftsgewalt zwischen den Eltern werden.

Die Gewalterfahrungen sind ein Schlüsselerlebnis, das betroffene Kinder und Jugendliche auf gesunde Weise nicht alleine verarbeiten können. Häufig ist auch die spätere Beziehungsgestaltung von der miterlebten Opfer- und Täterrolle geprägt. So ist die Aufarbeitung der oft traumatischen Erfahrungen ein entscheidender Faktor für eine effektive Gewaltprävention. Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass das Erleben von häuslicher Gewalt im Kindesalter ein wichtiger Einflussfaktor dafür ist, dass Menschen später als Erwachsene in ihren Familien gewaltvoll handeln. Auch um diesen Gewaltkreislauf zu durchbrechen, um Kindern und Jugendlichen für sich selbst wie auch als Teil der Gesellschaft die Möglichkeit zu geben, die eigene Persönlichkeit ohne Gewalt zu entfalten, benötigen Kinder und Jugendliche professionelle Hilfe.

Die Unterstützung und Beratung dieser Zielgruppe ist jedoch eine sehr umfängliche Aufgabe. Der Austausch mit bestehenden Beratungsstellen – wie Bremer JungenBüro e. V., Mädchenhaus Bremen e. V., Schattenriss e. V., Neue Wege – ergibt jedoch immer wieder, dass es auch aus ihrer Sicht einer Anlaufstelle bedarf, die genau auf die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen als Opfer und Betroffene häuslicher Gewalt zugeschnitten ist. Für diesen Zweck muss daher – wie auch schon in anderen Städten wie Göttingen (Phoenix-Frauen-Notruf e. V.) oder Rostock (Kinder- und Jugendberatung der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking) – eine Interventionsstelle für Kinder und Jugendliche, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, eingerichtet werden. Dort wurden damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Vor diesem Hintergrund soll der Senat jetzt ein Konzept und einen Zeitplan zur Einrichtung einer Interventionsstelle für von häuslicher Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche erstellen.

Teilen via:
FacebookTwitter