Antrag Land: Jugendliche gut in Ausbildung und Berufsfindung beraten – dafür braucht Bremen aussagekräftigere Statistiken bei der Bundesagentur für Arbeit


Antrag der Fraktionen Bündnis 90/DIE GRÜNEN und der SPD

Die Jugendberufsagentur im Land Bremen hat ihre Arbeit aufgenommen und verzeichnet bereits die ersten Erfolge. Seit Februar dieses Jahres arbeiten die Partner der Jugendberufs-agentur Bremen und Bremerhaven mit der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA) auch an einer signifikanten Verbesserung des Datenaustauschs, damit systematisch festgestellt werden kann, wo Jugendliche, die die Schulen verlassen, tatsächlich landen. Bisher war es nicht möglich, die Daten der BA der 18- bis 25-Jährigen mit dem Status „unversorgte Bewer-ber/innen“ systematisch und EDV-gestützt mit den Daten des Bildungsressorts aus der Schü-lerdatenbank abzugleichen, selbst wenn die Jugendlichen einem Datenaustausch per Einwil-ligungserklärung zugestimmt hatten. Der Senat, die Regionaldirektion Niedersachsen Bre-men, die Agentur für Arbeit Bremen und Bremerhaven und die Jobcenter arbeiten jetzt ge-meinsam mit der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit an einer Lösung, um eine systemati-sche Klärung des Verbleibs der Jugendlichen und jungen Erwachsenen modellhaft zu erpro-ben. Das kann auch für andere Bundesländer ein Modell sein.

Deshalb soll in diesen Verhandlungen auch erreicht werden, dass die BA zukünftig erheben wird, wie viele Jugendliche sich selbst als „Ausbildungsplatz-Interessierte“ melden, und wie viele von ihnen letztendlich als Bewerberin oder Bewerber auf dem Ausbildungsmarkt ge-führt werden oder z.B. als „nicht ausbildungsreif“ beurteilt werden. Zurzeit besteht die Ge-fahr, dass durch diese jetzt noch fehlende Differenzierung junge Menschen aus dem Unter-stützungssystem herausfallen, die sich ursprünglich für eine Ausbildung interessiert haben. Bremen braucht – so wie die anderen Bundesländer auch – aussagekräftigere Daten zu die-sen Umständen, damit die Jugendlichen und jungen Erwachsenen angemessener, passge-nauer und effizienter beraten und unterstützt werden, und sie sich so einen guten Start in ihr Berufsleben erarbeiten können.

Die Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:

Die Bürgerschaft (Landtag) bittet den Senat,
1. über die Ergebnisse der Verhandlungen mit der Zentrale der Bundesagentur für Ar-beit zum systematischen Datenaustausch und besseren Verbleibsermittlung der Bür-gerschaft zum Herbst 2017 zu berichten.

2. wenn im Rahmen der jetzigen Bemühungen kein systematischer Datenaustausch etabliert werden kann, eine Bundesratsinitiative zu ergreifen, die darauf zielt, dass die Bundesagentur für Arbeit in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Erfassungsänderung insbesondere in Bezug auf Jugendliche und junge Erwachsene vereinbart, damit zukünftig noch aussagekräftigere Daten über diese Personengruppe erhoben werden, die sich nach der Schulzeit auf dem Weg in Ausbildung, Studium und Berufstätigkeit befinden.

Sülmez Dogan, Dr. Maike Schaefer und Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Sybille Böschen, Björn Tschöpe und Fraktion der SPD

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