Arisierungsmahnmal an der Schlachte: Ein guter Ort gegen das Vergessen


Die sogenannte „Aktion M“ – das M steht für Möbel – war ein letztes Glied in der Kette der massenhaften, organisierten Beraubung jüdischer Menschen: 1942 und 1944 wurden im Rahmen dieser Aktion aus dem besetzten Frankreich, Belgien und den Niederlanden ihr kompletter Besitz nach Deutschland gebracht. „Auch Transportunternehmen machten durch die „Aktion M“ Profit. Insbesondere Hafenstädte wie Hamburg und Bremen haben dabei eine herausragende Rolle gespielt – schlicht auch weil sie als Vorreiter in Sachen Logistik galten und hier die entsprechenden Experten zu finden waren. Es ist daher richtig, dass wir – auf Anstoß der taz – in der Bürgerschaft beschlossen haben, an dieses dunkle Kapitel der Bremer Logistik-Branche mit einem Mahnmal zu erinnern“, so der SPD-Abgeordnete Arno Gottschalk.

Heute hat die Kulturbehörde in Abstimmung mit dem Staatsarchiv nun einen Platz an der Schlachte in Höhe der Jugendherberge als Ort für das Mahnmal genannt.

Dazu Arno Gottschalk: „Uns ist wichtig, dass das Mahnmal sichtbar ist. Der Ort an der Schlachte ist dafür ein sehr guter und sehr geeigneter Platz, im Herzen der Stadt, dort wo im Dritten Reich zahlreiche Speditionen und Transportunternehmen ansässig waren. Uns geht es darum gegen das Vergessen anzukämpfen – auch in diesem Sinne ist die belebte Schlachte und die örtliche Verbindung zur Jugendherberge eine sehr gute Wahl. Gerade bei jungen Leuten müssen wir die Erinnerung an unsere Vergangenheit wach halten.“
Gottschalk begrüßt besonders, dass nun auch die Wirtschaft im Zuge der Mahnmal-Debatte eine klare Vereinbarung mit der Kulturbehörde getroffen hat: „Die Unternehmen bekennen sich zu ihrer Verantwortung, und wollen Initiativen entwickeln, um die Beteiligung der Bremer Wirtschaft an den Verbrechen der NS-Diktatur aufzuarbeiten – auch Kühne+Nagel wird sich daran beteiligen.“

Im Vorfeld war über einen möglichen Standort des Mahnmals am Sitz der Firma Kühne+Nagel diskutiert worden, das das Unternehmen als Hauptakteur an der „Aktion M“ beteiligt war. Gottschalk: „Der jetzt gefundene Platz ist weitaus besser geeignet, denn er macht deutlich: Es war keinesfalls nur ein Unternehmen, das von der unmenschlichen Politik der Nationalsozialisten profitiert hat. Nur ein – wenn auch in besonderem Ausmaß beteiligtes – Unternehmen in den Fokus zu stellen, würde der geschichtlichen Aufarbeitung nicht gerecht. Profitiert von der unsäglichen Politik der Nationalsozialisten haben viele.“