Profifußball

 

Auch der Konzern DFL muss sich an demokratische Spielregeln und Gesetze halten


Aktuell zeigt sich die DFL enttäuscht, dass Bremen angeblich ein Angebot zur Durchführung und Finanzierung eines gemeinsamen Projekts zur Reduzierung von Polizeieinsatzstunden abgelehnt habe. Dazu der SPD-Fraktionsvorsitzende Björn Tschöpe: „Tatsächlich spricht nichts gegen ein solches Projekt – deswegen hat es auch niemand abgelehnt. Bremen nimmt jedes Angebot zur Reduzierung der Polizeikosten an. Dies gilt übrigens unabhängig von anhängigen Rechtsstreiten. Auch wir würden mit einem solchen Projekt die Hoffnung verbinden, dass die Anzahl der gebührenpflichtigen ‚Rotspiele‘ reduziert werden kann und sowohl für Bremen, aber auch für die DFL die Kosten sinken.“

Die Argumentation des DFL sei in diesem Zusammenhang allerdings „abstrus“: Es wird ein angebliches Angebot unterbreitet und betont, dass es der Deutschen Fußball Liga dabei nicht darum gehe, ein laufendes gerichtliches Verfahren zu beenden. Im nächsten Atemzug hält dies die DFL aber nicht davon ab, zu erklären, dass ihr ‚Angebot‘ nur unter der Bedingung gelte, dass man sich nicht vor Gericht gegenüberstehe. Tschöpe: „Ganz ehrlich: Das ist kein Angebot, sondern der Versuch des milliardenschweren Unterhaltungskonzerns DFL, Bremen den Schneid abzukaufen. Derartig fragwürdige Deals mögen zum Fußballgeschäft gehören – aber nicht zu Bremen. Wir setzen auf die Einhaltung von Gesetzen und rechtsstaatlichen Prinzipien, und die sind in diesem Fall eindeutig: Auf Beschluss der Bürgerschaft gilt in Bremen ein Gesetz, dass eine Beteiligung der DFL an den Mehrkosten für sogenannte Rotspiele vorsieht.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende kritisiert zudem die DFL-Interpretation des Verwaltungsgerichtsurteils aus dem Mai dieses Jahres: „Ja, das Gericht hält eine pauschale Gebühr und nicht die Abrechnung von tatsächlich eingesetzten Kräften für erforderlich und hat deswegen den Gebührenbescheid aufgehoben. Gegen diese Entscheidung hat Bremen Rechtsmittel eingelegt und arbeitet an einer entsprechenden Änderung. Mit ihrer grundsätzlichen Argumentation zur Verfassungswidrigkeit der Gebührenbescheide ist die DFL beim Verwaltungsgericht Bremen allerdings in keiner Weise durchgedrungen. Und das Gericht hat zudem festgestellt, dass die DFL als Veranstalter der Bundesliga sehr wohl herangezogen werden kann. Jetzt – wie es die DFL tut – das glatte Gegenteil zu behaupten, ist mehr als nur eine sehr eigentümliche Rechtsauffassung.“ Der Sozialdemokrat stellt klar: „Wenn die DFL GmbH und ihr Mitgesellschafter Werder Bremen sich ohne jede Rechtspflicht intern darauf einigen sollten, dass die Forderung Bremens von Werder Bremen getragen werden soll, dann erfolgt dies ausschließlich auf Betreiben und in Verantwortung der DFL.“

Abschließend betont Tschöpe noch einmal, worum es eigentlich geht: „Auch Unternehmen wie die Milliarden-Euro-schwere DFL müssen für die durch sie verursachten gesellschaftlichen Folgekosten Verantwortung übernehmen – das ist eine Frage der Gerechtigkeit! Es kann nicht sein, dass dort ordentlich Gewinne gemacht werden, aber ausschließlich die Allgemeinheit für die Kosten aufkommen muss, die diese Gewinne erst ermöglichen. Wenn in Deutschland ein Drittel aller Polizeieinsatzstunden auf das Konto des Profifußballs geht, dann wird es höchste Zeit, dass sich der Profifußball endlich dieser Verantwortung stellt!“

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