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Aufstiegsfortbildungen werden ab 2019 breit gefördert!


Wer ab dem 1. Januar 2019 eine sogenannte Aufstiegsfortbildung (Meisterschule oder ähnliches) erfolgreich abschließt, soll auf Antrag eine Förderung von 4.000 Euro erhalten. Ein entsprechendes Konzept hat der Senat heute beschlossen und folgt damit einem Bürgerschaftsbeschluss, den die SPD-Fraktion initiiert hatte.

„Wir freuen uns, dass der Senat sehr schnell ein entsprechendes Konzept vorgelegt hat und die Prämie bereits Anfang 2019 an den Start gehen kann. Dafür haben wir uns als SPD-Fraktion schon im Vorfeld deutlich ausgesprochen“, erklärt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sybille Böschen, und betont: „Wir schließen damit nicht nur eine Lücke zu Niedersachsen, wo es eine Prämie in dieser Höhe für Handwerksmeister bereits gibt, sondern gehen noch darüber hinaus. Denn in Bremen sollen nicht nur Handwerker und Handwerkerinnen, sondern alle Beschäftigten, die eine sogenannte Aufstiegsqualifizierung erfolgreich absolvieren, die Prämie erhalten. Das können neben Handwerksmeistern beispielsweise auch Industriemeisterinnen und -meister,  Fachkrankenpflegerinnen und -pfleger oder Fachwirtinnen und -wirte im Gesundheitsbereich sein, um nur einige zu nennen. Dass alle Berufstätigen die neue Prämie erhalten können, die sich für höhere Aufgaben weiterqualifizieren wollen, ist in unseren Augen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern leistet gleichzeitig einen Beitrag dazu, Bremen als Standort noch attraktiver zu machen.”

Dies sei zudem richtig, weil es ein seit langem bestehendes Ungleichgewicht zumindest ansatzweise beheben würde, so die Sozialdemokratin. Denn während ein Studium kostenlos und öffentlich finanziert sei, müssten viele derjenigen, die eine sogenannte Aufstiegsfortbildung absolvieren, diese selbst bezahlen. Richtig sei es insbesondere, die Förderung breit aufzustellen. „Eine ausschließliche Förderung von Handwerks-Meisterprüfungen würde aufgrund der Wirtschaftsstruktur im Land Bremen nur eine kleine Gruppe betreffen und einen Großteil der Absolventinnen und Absolventen von Aufstiegsfortbildungen nicht berücksichtigen“, erklärt Böschen.

Nicht zuletzt sei dies auch eine gleichstellungspolitische Frage. Böschen: „Aus einem Bericht des Wirtschaftsressorts geht hervor, dass der Meistertitel als alleinige Prämiengrundlage dazu führen würde, dass nur zehn Prozent der Anspruchsberechtigten weiblich wären. Aus unserer Sicht ist es deshalb unerlässlich, auch die Fortbildungen in jenen Bereichen zu fördern, in denen nach wie vor in erster Linie Frauen arbeiten, wie zum Beispiel in der Pflege und in Erziehungsberufen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil gerade in diesen Bereichen Fachkräfte dringend gebraucht werden, die auch Leitungsaufgaben übernehmen können. Deshalb sollte eine Förderung also auch und gerade diese Berufsfelder berücksichtigen.“

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