Arbeit & Wohnen

 

Wann kommt das Auszubildenden-Wohnheim im Land Bremen?


In Ausbildung befindliche Menschen sind besonderen Erschwernissen am Wohnungsmarkt ausgesetzt. Geringes Einkommen, zumeist nicht vorhandenes Vermögen, sowie der Umstand, dass sie über keinen unbefristeten Arbeitsvertrag verfügen, verschärfen die Schwierigkeiten, auf dem angespannten Wohnungsmarkt eine angemessene Wohnung bezahlen zu können. Hinzu kommt, dass in Berufsausbildung befindliche junge Menschen oftmals noch minderjährig sind, das Wohnen im Elternhaushalt aber aus Gründen der Entfernung zum Arbeitsort oder aus persönlichen Gründen keine angemessene Alternative mehr darstellt. Die erste eigene Wohnung ist für junge Menschen mehr als die funktionale Wohnraumversorgung, sie ist auch erforderlicher Teil der persönlichen Entwicklung hin zur Selbstständigkeit.

Artikel 14 der Landesverfassung definiert die Bereitstellung von ausreichendem und angemessenem Wohnraum als öffentliche Aufgabe der bremischen Städte. Über die allgemeinen, diesem Ziel dienenden Anstrengungen der bremischen Wohnungspolitik hinaus bedarf es im Falle junger Menschen zusätzlich gruppenspezifischer Anstrengungen. Für Studierende haben solche gruppenspezifischen Maßnahmen etwa in Form von öffentlichen Studierendenwohnheimen bereits eine lange Tradition. Für Auszubildende besteht weiterhin kein solches Angebot. Hier besteht also eine Angebotslücke, die auch im Sinne einer tatsächlichen Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu überwinden ist.

Besondere Angebote für Auszubildende, zum Beispiel in Form eines Auszubildenden-Wohnheims tragen zudem dazu bei, das Wohnen innerhalb der Bremer Landesgrenzen insgesamt zu stärken und damit einen Beitrag sowohl zur Sicherung der finanziellen Lebensgrundlagen des Stadtstaates als auch zur Vermeidung ökologischer Belastungen durch Pendlerverkehre und Zersiedelung zu leisten.

Die Bremische Bürgerschaft hat sich mehrfach für größere Anstrengungen zur Befriedigung des Ein-Personen-Wohnbedarfs ausgesprochen. Während sich die Lage für Studierende hier inzwischen verbessert hat, ist es bis heute zu keiner Realisierung eines Auszubildenden-Wohnheims gekommen. Die Ausschreibung des Jakobus-Hauses für einen Umbau zu einem Wohnheim ist vielmehr vorerst gescheitert. Das Gebäude wird inzwischen erfolgreich für Zwecke des Kulturnetzwerks Zucker e.V. zwischengenutzt.

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