Gleichstellung & Arbeit

 

Geschlechterneutrale Berufsorientierung gewährleisten


Nach wie vor werden bestimmte Berufe überwiegend von Männern, andere zum größten Teil von Frauen gewählt: So lag der Männeranteil im Jahr 2018 beispielsweise in der Berufsgruppe „Maschinen- und Fahrzeugtechnik“ bei 89 Prozent, während lediglich 15 Prozent der InformatikerInnen Frauen waren. Auch die Zahlen der Bremer Arbeitnehmerkammer bestätigen dieses Bild: 2018 waren im Bereich Logistik 1.007 Männer und nur 235 Frauen tätig. Es kann jedoch nur das Ziel sein, mehr Frauen für die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern. Gleichzeitig sollten Männern verstärkt Berufsbilder im SAHGE-Bereich (Soziale Arbeit, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit und Pflege, Erziehung) nahe gelegt werden, denn auch hier besteht ein Ungleichgewicht: In Bremen standen 2018 im Bereich „Heime und Sozialwesen“ 555 Frauen 88 männlichen Beschäftigten gegenüber.

Um die Schülerinnen und Schüler im Land Bremen möglichst frühzeitig auf die vielfältigen Berufsmöglichkeiten jenseits von Stereotypen aufmerksam zu machen, bietet insbesondere die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) geschlechtersensible Berufsorientierungsangebote an. Zudem haben Mädchen und Jungen im Land Bremen am Girls´- und Boys´ Day einmal pro Jahr die Möglichkeit, einen Einblick in Berufsfelder, die hauptsächlich von einer Geschlechtergruppe ausgeübt werden, zu erlangen. Wie in vielen anderen Bereichen auch, musste der Girls´- und Boys´ Day aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr entfallen. Um auch in der derzeitigen Ausnahmesituation zu gewährleisten, dass Mädchen und Jungen bei der Berufsorientierung eine geschlechterneutrale Unterstützung bekommen können, benötigt es gegebenenfalls alternative Formate. Sollten die gängigen Angebote nicht aufrechterhalten werden können, wären digitale Angebote – zwar kein Ersatz – aber zumindest eine denkbare Alternative.

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