Gleichstellung

 

Böschen: Bei der Frauenförderung bleibt viel zu tun


Wie erfolgreich ist die Förderung von Frauen in den Gesellschaften, die sich mehrheitlich im Besitz Bremens und Bremerhavens befinden? Das wollte die SPD-Fraktion vom Senat wissen – und hat nun die Antwort auf ihre Kleine Anfrage erhalten. „Uns freut, dass der Senat sehr ausführlich auf unsere Fragen geantwortet hat”, sagt die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sybille Böschen. „Dadurch haben wir nun ein deutlich besseres Bild von der aktuellen Situation. Und festzuhalten bleibt: Es gibt erste Erfolge – aber auch noch viel zu tun.“

So zeigt sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende einerseits erfreut darüber, dass viele der Mehrheitsgesellschaften auf einem guten Weg sind und die in einem Senatsbeschluss aus dem Jahr 2008 vorgesehenen Maßnahmen – wie etwa die Erstellung von Frauenförderplänen oder die Wahl einer Frauenbeauftragten – inzwischen umsetzen. „Wünschenswert ist aber, dass die Gesellschaften über diese Maßnahmen hinausgehen und zusätzliche Anstrengungen unternehmen. Und aus meiner Sicht geschieht das noch zu wenig“, sagt Böschen und macht einen konkreten Vorschlag: „Mentoringprogramme können dazu beitragen, Frauen gezielt zu fördern und sie auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Deswegen sollte es ein solches Programm auch für Frauen in den Mehrheitsgesellschaften geben. Davon würden sowohl die Frauen profitieren als auch die Gesellschaften.“

Nachholbedarf sieht die Bremerhavener Sozialdemokratin auch in der Seestadt, deren städtische Gesellschaften vom Senatsbeschluss gleichwohl nicht umfasst waren. Dort gilt ein Magistratsbeschluss aus dem Jahr 2014, der die Gesellschaften zu Regelungen in der Frauenförderung verpflichtet. Mit Skepsis betrachtet Böschen dabei die Auskunft Bremerhavens in der Senatsantwort, dass in allen 18 Mehrheitsgesellschaften der Stadt Entgeltgleichheit gegeben sei. „Das wäre natürlich wünschenswert und ein großer Erfolg“, sagt Böschen, „allerdings darf man dies nicht einfach konstatieren, man muss es mit konkreten Zahlen unterlegen. Nur dann kann man sicher sein, dass es wirklich so ist.“

In Bremen und Bremerhaven hätten aber bislang nur die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung sowie bremenports an dem eg-Check-Verfahren teilgenommen. Das ist ein Verfahren, bei dem bestehende Entgeltungleichheiten und deren Ursachen ermittelt – und in der Folge behoben – werden können. Im Ergebnis konnten beide Unternehmen feststellen, dass es zunächst keine Entgeltungleichheit gibt. Im vergangenen Jahr hatte die Bürgerschaft auf Initiative der SPD-Fraktion beschlossen, dass die Ergebnisse genau ausgewertet werden sollen und auch im öffentlichen Dienst dieses Verfahren zur Anwendung kommen soll. „Natürlich hoffen wir, dass es in allen Gesellschaften solch positive Ergebnisse zu vermelden gibt“, sagt Böschen abschließend, gibt jedoch zu bedenken: „So lange man dies nicht sicher weiß, muss man mit der Bewertung vorsichtig sein. Denn nach wie vor gilt in Deutschland für Männer und Frauen nicht überall, Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit‘.“

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