CDU muss Blockadehaltung gegen zukunftsweisende Pflegeausbildung endlich aufgeben!


Unsere Gesellschaft wird älter. Eine Folge davon: In den Krankenhäusern werden immer mehr ältere, pflegebedürftige Menschen behandelt. Gleichzeitig sind – durch die kürzere Verweildauer in den Kliniken – die Pflegeeinrichtungen und -dienste zunehmend auch in der medizinischen Weiterversorgung gefordert. Konkret: Die Ansprüche an den Pflegeberuf haben sich deutlich verändert.

„Gefragt sind zunehmend übergreifende Qualifikationen, die sowohl den pflegerischen als auch den medizinischen Bereich abdecken. Die bisherige Trennung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege wird dem nicht gerecht. Sie ist schlicht nicht mehr zeitgemäß“, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Steffi Dehne. Ihre Forderung: „Die geplante generalistische Pflegeausbildung, bei der die drei Bereiche zu einer übergreifenden Ausbildung zusammengefasst werden sollen, ist überfällig. Die CDU muss ihre Blockadehaltung dagegen endlich aufgeben!“ Denn tatsächlich stockt der Prozess seit der ersten Lesung der entsprechende Reform im Bundestag: „Seit den Sommerferien passiert gar nichts mehr. Zwar setzt sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe für die Reform ein. Gleichzeitig blockieren aber seine CDU-Parteifreunde nach wie vor die Verabschiedung des neuen Pflegeberufe-Gesetztes.“

Dehne fordert daher mehr Tempo: „Angesichts des Fachkräftemangels ist die Reform ein wichtiger Schritt – auch um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Den Beschäftigten eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten: Sie können dann nicht nur in einem, sondern in allen drei Bereichen wohnortnah Arbeitsplätze finden. Und sie können leichter wechseln, wenn beispielsweise der Wunsch entsteht, nach Jahren in der Alten- oder Krankenpflege einmal in einem anderen Bereich tätig zu werden. Das erhöht die Berufs-, Einstiegs- und Aufstiegschancen.“

In Bremen könne man dabei bereits auf gute Erfahrungen aufbauen: „Wir haben bereits ein Modellprojekt zur generalistischen Ausbildung und alle Beteiligten bewerten das Projekt als absolut positiv.“ Zudem gebe es weitere wichtige Aspekte: „Im Rahmen der geplanten Reform soll zudem sichergestellt werden, dass die Pflegeausbildung künftig für alle Auszubildenden kostenfrei ist. Bislang verlangen etliche Pflegeschulen Gebühren. Auch das hat viele junge Leute abgeschreckt, sich für diesen Bereich zu entscheiden – und das in einer Zeit, in der wir Pflegekräfte dringend benötigen.“

Die Befürchtung, die Ausbildung würde durch die Zusammenlegung keine ausreichende Spezialisierung mehr ermöglichen oder die Altenpflege schwächen, teilt sie indes nicht: „Auch dann wird weiterhin eine Schwerpunktsetzung oder spezialisierte Weiterbildung möglich sein“, sagt Steffi Dehne und betont: „Bei allen Fragen, die man aufwerfen kann, muss das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden, damit wir möglichst ab 2018 damit starten und die Pflegeschulen sich bis dahin auf die neue Ausbildung einstellen können.“

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