Gesundheitsberufe

 

Einstieg in Schulgeldfreiheit bei Therapieberufen


Bremen plant den Einstieg in eine kostenlose Ausbildung für angehende Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden. Die Gesundheitsdeputation hat heute den Haushaltsentwurf des Gesundheitsressorts zur Kenntnis genommen. In dem Entwurf sind zu diesem Zweck zunächst für das Jahr 2018 125.000 Euro und für das Jahr 2019 620.000 Euro veranschlagt. Er wird nun Gegenstand der weiteren parlamentarischen Haushaltsberatungen.

„Wir begrüßen sehr, dass das Ressort dieses Geld in seinem Haushaltsentwurf berücksichtigt hat“, erklärt dazu die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Steffi Dehne, und ergänzt: „Wir setzen uns als Fraktion schon lange dafür ein, dass die Auszubildenden in diesen Berufen kein Schulgeld mehr zahlen müssen. Auch im Koalitionsvertrag haben wir dieses Ziel festgehalten. Deswegen freue ich mich, dass dieser Plan nun konkrete Gestalt annimmt.“

Bislang müssen Auszubildende in diesen therapeutischen Berufen ein Schulgeld zahlen. Fällig werden in Bremen für die Schüler zwischen 350 und 560 Euro im Monat. Diese Kosten sollen für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die ihre Ausbildung ab dem 1. Oktober 2018 beginnen, übernommen werden. Zunächst sieht die Planung vor, dass Bremen diese Kosten trägt, sodass die Schüler selbst von diesen befreit werden. Zudem hat das Gesundheitsressort Gespräche mit den gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen, mit dem Ziel, dass diese sich über das bisherige Maß hinaus an den Ausbildungskosten beteiligen.

„Damit wäre ein Einstieg in eine kostenlose Ausbildung in diese Berufe geschafft“, freut sich Steffi Dehne und betont: „Wir werden auch weiterhin gut ausgebildete Fachkräfte in den Bereichen Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie brauchen. Bislang ist es oft so, dass die Absolventen der Fachschulen mit hohen Schulden ins Berufsleben starten, in ihrem Beruf aber gleichzeitig nicht viel verdienen. Dadurch kann sich nicht mehr jeder die Ausbildung leisten – oder entscheidet sich aus finanziellen Gründen dagegen. Nicht zuletzt angesichts des Wettkampfs um qualifizierten Nachwuchs, können wir es uns nicht mehr leisten, dass die Wahl eines solchen Berufes eine Frage des Geldes bleibt. Damit es auch weiterhin genug qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber – und später dann Therapeutinnen und Therapeuten – gibt, müssen wir die Rahmenbedingungen attraktiver gestalten. Und das heißt eben auch: die angehenden Therapeutinnen und Therapeuten von den teils hohen Schulgeldern zu befreien. Dass wir in Bremen hier nun einen solchen Schritt in Angriff nehmen, ist eine gute Nachricht für die angehenden Therapeuten – und für die Patientinnen und Patienten.“

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