Häfen & Digitalisierung

 

Digitalisierung in den Häfen: „Beschäftigte dürfen nicht auf der Strecke bleiben“


Wie kann sich die maritime Wirtschaft im internationalen Wettbewerb behaupten und wie lässt sich sicherstellen, dass trotz der zunehmenden Digitalisierung in den Häfen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht auf der Strecke bleiben? Diese Fragen standen bei der gestrigen „Maritimen Konferenz“, an der neben Vertretern der Bundesregierung und der Küstenländer, Reeder-Verbände, Hafenbetreiber und Gewerkschaften teilnahmen im Mittelpunkt.

Der hafenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Elias Tsartilidis, der gemeinsam mit Uwe Schmidt, MdBB und Mitglied der Bundestarifkommission deutscher Seehäfen, vor Ort war, zieht ein insgesamt positives Fazit:
„Alles in allem hat die Konferenz ein gutes Ergebnis hervorgebracht – und es war schlicht überfällig, dass sich alle Beteiligten zum Thema Digitalisierung zusammensetzen. Denn eines ist klar: Dieses Thema wird die Arbeit in den Häfen deutlich verändern. Der Digitalisierungsprozess ist nicht aufzuhalten – aber wir müssen alles tun, um ihn zu gestalten und vor allem die Interessen der Beschäftigten auf diesem Weg im Blick zu behalten“, so Tsartilidis.

Die gestern verabschiedete „Gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft“, die von allen Beteiligten unterschrieben wurde, gehe dabei in die richtige Richtung: „Darin finden sich klare Regelungen für die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Hafenwirtschaft. Beides ist angesichts der weiteren Entwicklung und Veränderung in den Häfen unverzichtbar. Nur so können wir sicherstellen, dass die Beschäftigten durch die Digitalisierung nicht auf der Strecke bleiben“, betont auch Uwe Schmidt.

Er und Tsartilidis begrüßen zudem, dass Arbeiten, wie die Ladungssicherung, auch künftig ausschließlich Aufgabe der qualifizierten Hafenbeschäftigten bleiben sollen: „Mit dieser Übereinkunft schützen wir die qualifizierten Hafenarbeiterinnen und -arbeiter vor Dumpinglohnkonkurrenz. Die Idee, dass künftig die Besatzungen der ohnehin viel zu oft auf Billiglohnländer ausgeflaggten Schiffe diese Arbeit erledigen sollen, muss damit endlich vom Tisch sein“, so der Hafenpolitiker Tsartilidis.

Deutliche Kritik äußern die beiden Bremer Abgeordneten derweil an dem Verhalten der Reeder-Verbände: „Genau wegen der Frage der Ladungssicherung haben die Reeder-Verbände die Vereinbarung nur unter Vorbehalt unterzeichnet – und damit allzu deutlich gemacht, dass ihnen Profit über Hafensicherheit und sichere Arbeitsplätze in den Häfen geht. Nichtsdestotrotz ist es ein gutes Signal, dass sich alle übrigen Beteiligten klar hinter dieser Forderung von Ver.di und SPD versammeln konnten“, so Uwe Schmidt abschließend.

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