Verkehr

 

E-Scooter – Fluch oder Segen?


Seit einem Jahr rollen sie durch Bremen: E-Scooter. Die flotten Flitzer sind für kurze Strecken im Zentrum ein auf den ersten Blick umweltfreundliches und praktisches Verkehrsmittel, das besonders bei jungen Leuten beliebt ist.

Allerdings häufen sich auch Klagen über unsachgemäß abgestellte Roller, die zum Teil schwerwiegende Unfallgefahren herbeiführen. Besonders für sehbehinderte Menschen, aber auch für Kinder und für Ältere, die sich bisher auf Gehwegen sicher und geschützt vor Hindernissen fühlten, führen die häufig kreuz und quer auf dem Trottoir liegenden oder stehenden Gefährte zu unerfreulichen Begegnungen. Zudem wissen Nutzerinnen und Nutzer nicht immer, welche Verhaltens- und Verkehrsregeln anzuwenden sind. Fälle von Trunkenheits- oder Mehrpersonenfahrten wurden bereits beobachtet.

In Paris greift die Stadtverwaltung inzwischen rigoros gegen falsch abgestellte Scooter durch und entsorgt diese unverzüglich als Sperrmüll. In Bremen ist man da moderater: Bei Hinweis auf störende Roller haben die Anbieter 24 Stunden Zeit, diese zu entfernen.

Hinzu kommt: Zumeist nachts werden die E-Scooter mit Kleintransportern eingesammelt, von den Fahrern/-innen aufgeladen und am frühen Morgen wieder ausgefahren. Noch ist unklar, wie viele PKW-Kilometer durch die Aktivitäten dieser Logistik entstehen. Denn nur wenn E-Scooter nicht mehr zusätzliche Wege mit Benzin- oder Diesel- betriebenen Fahrzeugen generieren, als sie bei ihrer Nutzung einsparen, könnte man sie überhaupt als umweltfreundlich bezeichnen.

Teilen via:
FacebookTwitter