Arbeit

 

Entwicklung der Minijobs in Bremen und Bremerhaven


2003 hat die Bundesregierung Minijobs eingeführt, um u.a. gegen Schwarzarbeit vorzugehen und Menschen dadurch ein Mindestmaß an Schutz während der Arbeit zu sichern sowie die Möglichkeit zu schaffen, dass Menschen z.B. während ihrer Rente einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen können. In einigen Branchen wie der Reinigungsbranche, der Gastronomie und der Hotellerie haben sich Minijobs verfestigt. Nichtsdestotrotz dürfen diese für Arbeitssuchende und Arbeitgeber*innen nicht die erste Wahl sein und eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht ersetzen.

Ein auskömmlicheres Einkommen, mehr Arbeitnehmer*innenrechte, eine bessere Absicherung vor gesundheitlichen und sozialen Risiken: Die langfristigen Vorteile einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gegenüber einer geringfügigen Beschäftigung sind allgegenwärtig. Aus diesen Gründen würden viele Menschen eine sozialversicherungspflichtige einer geringfügigen Beschäftigung vorziehen.

In Bremen und Bremerhaven gab es im September 2019 70.307 Minijobber*innen. Davon hatten 42.914 Beschäftigte ausschließlich einen Minijob, 27.393 Beschäftigte übten ihn als Nebenjob aus. Mit 17 Prozent lag der Anteil der Minijobber*innen an allen Beschäftigungsverhältnissen im Land Bremen damit unter dem Bundesdurchschnitt. Laut einer Branchenanalyse wurden Minijobber*innen im Land Bremen dabei vor allem im Gastgewerbe, der Gebäudebetreuung und im Einzelhandel eingesetzt. In der Gastronomie machten geringfügige Beschäftigte einen mehrheitlichen Anteil von 56 Prozent aus.

Die derzeitige Covid-19-Pandemie belastet insofern Minijobber*innen zweifach. Einerseits entfielen in den vergangenen Monaten viele Tätigkeitsfelder, andererseits gab es keine Absicherung für die Beschäftigten. Da Minijobber*innen keinen Anspruch auf das Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld haben, wurden viele Menschen aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens und des Wirtschaftseinbruchs direkt in die Arbeitslosigkeit entlassen. Dies betrifft auch Studierende, die sich über entsprechende Nebenjobs bislang ihr Studium finanziert haben.

Viele Frauen haben mit einem Minijob zum Familieneinkommen beigetragen und wurden in der Covid-19-Pandemie nicht bezahlt oder entlassen, was innerhalb von Familien zum Teil zu schwierigen finanziellen Lagen geführt hat.

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, zu prüfen, wie diejenigen Menschen im Erwerbsleben, die aufgrund fehlender anderer Perspektiven oder finanzieller Notwendigkeiten über einen langen Zeitraum Minijobs ausüben, langfristig in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden können. Dabei ist auch zu prüfen, inwieweit Midijobs als Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geeignet sind.

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