Gleichstellung

 

Ungleiche Bezahlung bleibt eine empörende Ungerechtigkeit


„Es ist und bleibt ein Unding, dass der Equal Pay Day überhaupt noch alljährlich auf dem Kalender steht. Aber die Forderung ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ ist leider immer noch aktuell: Nach wie vor beträgt der „Equal Pay Gap“ – also der Lohn- und Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern – ganze 21 Prozent. Selbst, wenn man Faktoren wie Teilzeitarbeit,  Erziehungszeit oder die Tatsache, dass sogenannte Männerberufe nach wie vor besser bezahlt sind, herausrechnet  bleibt noch immer ein Lohnunterschied von 6 Prozent – zu Ungunsten von Frauen. Und dies trotz identischer Arbeit und Qualifikation. Das ist eine empörende Ungerechtigkeit und Diskriminierung“ erklärt Sybille Böschen, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Die Sozialdemokratin weiter: „Die Lohnlücke muss endlich geschlossen werden. Mit dem neuen Entgelttransparenzgesetz oder dem von der SPD im Koalitionsvertrag durchgesetzten Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit sowie dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter sind zwar bereits erste Schritte gemacht. Aber für uns steht fest: Es muss mehr passieren. Vorbild kann dabei Island sein: Dort müssen Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtend nach weisen, dass Männer und Frauen bei ihnen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten.  Und wir müssen weiter daran arbeiten, dass gerade Berufe im sozialen Bereich, die nach wie vor häufig von Frauen  ausgeübt werden, endlich besser bezahlt werden.“

Was ist der Equal-Pay-Day?
Laut Statistischem Bundesamt verdienten Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Rechnet man diesen Wert in Tage um, hätten Frauen im vergangenen Jahr ganze 78 Tage – also bis zum Equal Pay Day am 18. März diesen Jahres – mehr arbeiten müssen, um auf das Vorjahreseinkommen der Männer zu kommen.

Wie errechnet sich die um 21 Prozent geringere Entlohnung von Frauen?

Etwa zwei Drittel (15 Prozent) des Gehaltsunterschieds lassen sich durch die Benachteiligung erklären:

  • Weniger Arbeitszeit – weniger Geld:  Kinderbetreuung ist immer noch in erster Linie „Frauensache“ – sie setzen für den Nachwuchs deutlich länger vom Job aus oder arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer. Das gleiche gilt, wenn Angehörige pflegebedürftig werden.
  • Miese Bezahlung: Klassische „Männerberufe“ sind nach wie vor besser bezahlt, während Frauen tendenziell eher im schlechter entlohnten Sozial- und Dienstleistungsbereich arbeiten.

Das restliche knappe Drittel (6 Prozent) des Verdienstunterschieds ist schlicht ungerechter Bezahlung geschuldet. Konkret: Auch heute noch werden Frauen oft – trotz gleicher Qualifikation und Arbeit – zu deutlich niedrigeren Löhnen oder Gehältern beschäftigt als Männer.

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