Gesundheit

 

Bedürfnisse kranker Obdachsloser besser berücksichtigen


Egal ob Husten, Schnupfen oder Fieber: Wer krank ist, gehört ins Bett. Auch leichte Krankheiten müssen richtig auskuriert werden, sonst riskiert man zunehmend schwerwiegendere und langfristige gesundheitliche Einschränkungen. Ein paar Tage Ruhe im warmen Bett – das ist in der Regel alles, was der Körper braucht, um rasch wieder gesund zu werden. Für Menschen, die obdachlos sind, ist das leichter gesagt als getan. Wer auf der Straße leben muss, hat kein warmes Bett zu Hause, in das er oder sie sich legen könnte. Vor dem gleichen Problem stehen Obdachlose oder Wohnungslose oft nach einer medizinischen Behandlung im Krankenhaus. Die Umstellung von Pflegetage auf Fallpauschalen hat zu kürzeren Liegezeiten geführt, die Kliniken entlassen die Menschen früher in die „häusliche Pflege“. Für obdachlose oder wohnungslose Menschen bedeutet das, bei Wind und Wetter wieder „auf der Platte“ zu leben. Wunden entzünden sich, der geschwächte Körper gerät an seine Grenzen.

Die Notunterkunft für Obdachlose mit vielen Menschen auf engem Raum ist in solchen Situationen für die Betroffenen keine gute Alternative, weil Ruhe und Geborgenheit fehlen. Was obdachlose oder wohnungslose Menschen zum Gesundwerden brauchen, ist eine warme und gemütliche Räumlichkeit, in der sie sich einige Tage lang auskurieren und gesundpflegen lassen können. Mit einer sozialarbeiterischen Betreuung, die warmes Essen, Hygiene- und Verbandsmaterialien sowie die bewährten Hausmittel bereitstellt, die schon zu Omas Zeiten geholfen haben. Derartige Angebote gibt es bereits in einigen anderen Städten, beispielsweise in Hamburg und Hannover. In Bremen würde eine solche Krankenstube für Obdachlose oder wohnungslose eine wichtige Ergänzung der bestehenden Versorgungsangebote darstellen. Dabei stellen die tierischen Begleiter oftmals die engsten und einzigen Weggefährten der betroffenen Menschen dar, daher soll eine Mitnahme der tierischen Begleiter in die Krankenstube ermöglicht werden. Denn dort, wo die Mitnahme nicht möglich ist, werden diese Angebote von vielen Betroffenen nicht genutzt. Durch Kooperation mit dem Sozialdienst der Krankenhäuser und mit Streetworkern könnte sichergestellt werden, dass niemand mehr auf der Straße leben oder von vorübergehendem Quartier zum nächsten muss, wenn er oder sie einfach nur ins Bett gehört.