Verkehr

 

Wann wird es Fahrradstellplätze unter der Erde geben?


Ca. 5.500 Stellplätze für Fahrräder gibt es inzwischen in der Bremer Innenstadt: Tendenz steigend. Doch der Bedarf ist weitaus höher. Ob an der Schlachte, am Hauptbahnhof, in den Nebenstraßen der Obern- und der Sögestraße oder am Rande des Marktplatzes – abgestellte Fahrräder sind im Stadtbild längst überall unübersehbar. Und neben den dafür vorgesehenen Fahrradbügeln werden auch Laternen, Zäune oder sogar Bäume zu diebstahlssicheren Stellplätzen umfunktioniert. Das mag für die Radelnden praktisch sein, sorgt aber gelegentlich auch für Ärger bei Fußgehenden oder Menschen mit Rollatoren, Kinderwagen oder Rollstühlen. Erschwerend kommt hinzu, dass nur ca. 3.700 der vorhandenen Plätze kostenlos genutzt werden können, während ca. 1.800 Stellplätze auf die kostenpflichtige Radstation des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) am Hauptbahnhof und das teilweise kostenpflichtige BREPARK-Fahrradparkhaus am Dom entfallen.

Ähnlich wie beim motorisierten Individualverkehr gilt auch für die Fahrräder: Der vorhandene Platz in der Stadt ist begrenzt.

Es gibt seit Längerem Überlegungen, die derzeit ungenutzten unterirdischen Flächen in der stillgelegten Unterführung am Brill und im Bunker unter dem Domshof zu Abstellplätzen für Fahrräder umzubauen. Diese Standorte verfügen über ausreichend Platz für mehrere Hundert Fahrräder und böten zudem den Vorteil, an den beiden äußeren Seiten der Shopping-Meile rund um die Obernstraße für kurze Wege zu garantieren, ein wichtiges Kriterium für Radfahrende, die längere Fußwege mehrheitlich ablehnen. Bequemes, sicheres und kostengünstiges Fahrradparken könnte somit auch ein Baustein bei der dringend notwendigen Wiederbelebung der Innenstadt werden.

In niederländischen Städten ist es schon lange üblich, Fahrradstellplätze unter der Erde zu schaffen, die sich auch großer Akzeptanz bei der Bevölkerung erfreuen. Bremen braucht daher dringend ein zukunftsweisendes und realitätsorientiertes Nutzungskonzept für Fahrradstellplätze auf den derzeit brachliegenden unterirdischen Flächen in der Altstadt. Dabei muss auch über mögliche Betreiber, notwendige bauliche Maßnahmen und personelle Bedarfe nachgedacht werden.

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