Verkehr

 

Frauen-Nachttaxi in Bremen erhalten


Mit der Einführung eines Frauen-Nachttaxis Anfang der 1990er Jahre hat das Bremer Taxigewerbe vorbildlich darauf reagiert, dass Frauen oft Angst haben, sich nachts auf den Straßen zu bewegen. Diese Angst hindert einige Frauen daran, an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen, denn oft wird auch der Weg zur oder von der Haltestelle nach Hause gefürchtet, so dass Frau gleich lieber zuhause bleibt. Frauen in anderen Städten gucken neidisch auf dieses besondere Angebot und versuchen, bisher leider meist vergeblich, dem Bremer Beispiel zu folgen. „Deshalb gebührt dem Taxigewerbe in Bremen unser ausdrücklicher Dank“, so Sybille Böschen, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Wenn nun dieses Angebot in der letzten Zeit nicht mehr in größerem Umfang angenommen wurde, sollten wir den Ursachen nachgehen, denn dass sich das Sicherheitsgefühl der Frauen so stark verändert hat, ist sehr unwahrscheinlich. Eher ist davon auszugehen, dass das Angebot nicht bekannt genug ist oder es in der Handhabung Verbesserungsbedarf gibt.

„Dass das neu eingeführte „Winke-Taxi“ das Frauen-Nachttaxi ersetzen kann, erscheint mir nicht nachvollziehbar“, so Sybille Böschen. „Es gibt schließlich diverse Straßen in Bremen, in denen mir über lange Zeit überhaupt kein Taxi begegnen würde, das ich heranwinken könnte.“ Die Angst vor Übergriffen nachts alleine auf der Straße würde damit nicht genommen.

Deshalb wäre es gut, wenn sich das Bremer Taxigewerbe dazu entschließen würde, den frauenfreundlichen Service eines Frauen-Nachttaxis auch weiterhin anzubieten.

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