Arbeit und Wirtschaft

 

Angebot an Gewerbeflächen weiterentwickeln!


Die Weiterentwicklung des Gewerbeflächenangebots, die Pflege bestehender Betriebsstandorte und die Schaffung neuer urbaner Standorte gehört zu den zentralen Herausforderungen für die Zukunftsgestaltung Bremens. Mit der Bereitstellung der nötigen Haushaltsmittel insbesondere für die weitere Erschließung des Gewerbeparks Hansalinie Bremen, des Bremer Industrieparks und für die Entwicklung kleinteiliger Gewerbeflächen, die insbesondere stadt- und kundennahen Betrieben wie dem Handwerk Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume bieten, hat der Senat bereits wichtige Perspektiven für den Wirtschaftsraum Bremen geschaffen, die es auszubauen gilt.

Als Stadtstaat mit endlichen Flächenreserven muss Bremen ein besonderes Augenmerk darauf richten, mit seinen Gewerbeflächen eine möglichst hohe Wertschöpfung und eine möglichst große Arbeitsplatzintensität zu erreichen. Die Zahl der Arbeitsplätze im Handwerk und bei den Dienstleistern wächst rasch. Sie sind darüber hinaus leichter mit Wohnstandorten zu kombinieren. Auch darauf ist bei der Entwicklung einer Strategie für die Bereitstellung von Flächen zu achten.
Vorhandene Gewerbegebiete sind darauf zu untersuchen, mit welchen Hebeln der wirtschaftliche Nutzen zu steigern ist.
Gleichwohl wird es auch künftig um die Erschließung neuer Flächen gehen.

Aus den Vorarbeiten für die Fortschreibung des Gewerbeentwicklungsplans über das Jahr 2020 hinaus sind konkrete Vorschläge zu entwickeln.

Neben den bekannten großen Entwicklungsflächen (Hansalinie und Bremer Industriepark) werden zwei neue große Gebiete zur Diskussion gestellt: das Gebiet „Nord-West-Zentrum“ und das Gebiet „Airport-Stadt südlich des Flughafens“.
In Bremerhaven ist ein viel beachtetes Beispiel für ein nachhaltiges Gewerbegebiet unter dem Leitmotiv „Green Economy“ in Planung. Dies betrifft sowohl die Energieversorgung aus erneuerbaren Energien, Sektorkopplung, Stoffkreisläufe, klimaangepasste Freiraumgestaltung, Dachbegrünung und Wassermanagement. Nachhaltige, klimafreundliche Gewerbegebiete können auch für Bremen ein zentrales Thema werden.

Auch die erfolgreichen spezialisierten Gewerbegebiete bedürfen der Weiterentwicklung:

Neustädter Hafen/Güterverkehrszentrum (GVZ)
Das GVZ ist ein Spitzenstandort der Logistik, der allerdings aufgrund der guten Vermarktungsergebnisse perspektivisch an seine Grenzen stößt. Mit dem Neustädter Hafen besteht in unmittelbarer Nachbarschaft ein funktionierender Hafenstandort. Der Ringschluss der A 281 ist absehbar und wird die Attraktivität dieser Flächen weiter erhöhen. Es bedarf daher eines Konzepts, wie durch Nachverdichtung, Entwicklung von Logistikflächen in die Höhe, Etablierung von mehr Light Industry usw. diese Lagegunst im Sinne der oben angesprochenen Stichworte genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang bedarf es auch einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Hafen und GVZ. Dann kann der trimodale Standort seine Qualitäten und seine Funktionalität für den Wirtschaftsstandort Bremen noch besser ausspielen.

Güterbahnhofsgelände am Hauptbahnhof
In einem Teil dieses Gebietes hat sich in den vergangenen Jahren einerseits ein interessantes Milieu von Kulturschaffenden, Kreativwirtschaft, alternativen Wohnformen, Gewerbe und sonstigen Nutzungen entwickelt, das viele gerade auch junge Bremer anzieht und die Kulturszene deutlich belebt. Gleichzeitig liegen viele Flächen brach oder sind untergenutzt. Dies ist trotz der verkehrlichen Anforderungen und der hiervon ausgehenden Belastungen dieser zentralen Lage in der Stadt nicht angemessen, zumal mit dem geplanten ZOB und den ergänzenden Nutzungen für dieses Quartier ein weiterer Impuls erwartet werden kann. Daher sind für dieses Quartier konzeptionelle Vorschläge unter Berücksichtigung der mittlerweile etablierten Nutzungen für die weitere Entwicklung zu entwickeln.

Woltmershausen und Neustadtsbahnhof
Aufgrund der zentralen Lage bieten sich diese Gebiete vorrangig für die Schaffung von urbanen Wohnstrukturen an. Zur Urbanität gehört aber auch, dass wohnortnahes Arbeiten gefördert wird. Eine planerische Herangehensweise an diese Gebiete, die verkehrsgünstig an der B 75 bzw. der Eisenbahn liegen und die mit den Schlagworten „urbane Produktion“ und „produktive Stadt“ umschrieben werden kann, ist geeignet, neue Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig dem Lärmschutz Rechnung zu tragen.

Der Wettbewerb um die Nutzung der knappen Flächen sollte nicht einfach über den Bodenpreis ausgetragen werden. Sie muss durch Flächensicherung, Bestandspflege und Innenentwicklung gesteuert werden.
Die Nutzungskategorie „Urbane Gebiete“ eröffnet hierfür neue Handlungsmöglichkeiten für gemischt genutzte Quartiere. Die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten sind im Rahmen der Neuaufstellung des Gewerbeentwicklungsprogramms zu untersuchen und zu beachten.

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