Große Anfrage Land: Bedeutung und Potenziale von Migrantenorganisationen im Land Bremen


Große Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/DIE GRÜNEN und der SPD

Mit dem migrations- und integrationspolitischen Paradigmenwechsel, der Deutschland zunehmend als Einwanderungsland anerkennt, beginnt sich auch der Blick auf die Migrantenorganisationen in Deutschland zu wandeln. Mehr und mehr werden sie in unserer Gesellschaft als potenzielle Brückenbauer bei der Integration angesehen und stehen heutzutage in ihrer ganzen Bandbreite und Heterogenität im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Migrantenorganisationen gewinnen bundesweit zunehmend den Status als verlässliche Kooperationspartner staatlicher Einrichtungen auf kommunaler wie auf Landes- und Bundesebene. Eine objektive Bestandsaufnahme ergibt ein vielfältiges Bild: Migranten¬organisationen sind verschiedenartig strukturiert, sie sind in ihrem Engagement unter¬schiedlich ausgerichtet und mit ihren Aktivitäten unterschiedlich erfolgreich. Auch in ihrer Verankerung in den Herkunftsgruppen zeigen sie ein weites Spektrum und weisen entsprechend große Unterschiede in Bezug auf die Mitgliederstärke auf.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

1.    Welche Potenziale zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Migrantinnen und Migranten rechnet der Senat dem Engagement und der Arbeit der Bremer und Bremerhavener Migrantenorganisationen zu und setzt sie bei seiner Integrations-arbeit ein?

2.    Welche Kooperationen zwischen dem Senat und Migrantenorganisationen bestehen im Bundesland Bremen bereits und als wie erfolgreich werden sie bewertet?

3.    Welche Herausforderungen und Möglichkeiten sieht der Senat im Hinblick darauf, die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen zu intensivieren?

4.    Welche Angebote im Bereich der Partizipation und gesellschaftlichen Teilhabe werden von Migrantenorganisationen in Bremen und Bremerhaven in eigener Regie vorgehalten?

5.    Welchen Bedarf sieht der Senat für Fortbildungsangebote, um die Arbeit der Migrantenorganisationen ggf. zu professionalisieren? Welche Fortbildungs- bzw. Qualifikationsangebote gibt es bereits für Multiplikatoren in Migrantenorganisationen und welche Möglichkeiten sieht der Senat, solche Angebote ggf. zu fördern?

6.    Welchen Vernetzungsgrad haben die Migrantenorganisationen im Land Bremen erreicht und sind öffentliche Stellen (kommunal und auf Landesebene) an solchen Netzwerken beteiligt? Welche Aktivitäten zur Vernetzung haben seitens des Senats in der Vergangenheit stattgefunden?

7.    Welche Unterschiede gibt es hinsichtlich der Herkunftsländer der Migrantinnen und Migranten im Hinblick auf den Grad und die Art der Aktivität in Migrantenorganisationen? Wie verhält es sich in diesem Zusammenhang mit der Partizipation von Frauen in Migrantenselbstorganisationen?

8.    Gibt es Unterschiede hinsichtlich der Anzahl und der Art der Migrantenorganisationen zwischen Bremen und Bremerhaven?

9.    In welcher Organisationsform treten Migrantenorganisationen in der Regel auf?

10.    Welche Rolle können diese Organisationen im Rahmen der Bemühungen um Bildungsintegration spielen, insbesondere bei den Aufgaben der Sprachförderung und der Mehrsprachigkeit?

11.    Welche Rolle können Migrantenorganisationen in Bremen und Bremerhaven insbesondere bei der Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt für Migrantinnen und Migranten spielen?

Dr. Zahra Mohammadzadeh, Dirk Schmidtmann, Dr. Matthias Güldner
und Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Valentina Tuchel, Sükrü Senkal, Björn Tschöpe
und Fraktion der SPD

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