Gleichstellung

 

Heraus zum internationalen Frauentag


Alleinerziehende sind längst nicht mehr die Ausnahme, sondern selbstverständliche Realität. „Der internationale Frauentag sollte für uns Anlass sein, auch deren persönliche Realität in den Fokus zu nehmen. Und die sieht leider oftmals nicht rosig aus“, betont die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sybille Böschen. „Alleinerziehende – und das sind mit einem Anteil von über 90 Prozent nach wie vor in erster Linie Frauen – haben oft mit großen Problemen zu kämpfen. Sie sind massiv von Armut bedroht und wegen Erwerbslosigkeit, Teilzeitarbeit oder schlechter Entlohnung häufig auf Transferleistungen angewiesen“, kritisiert die Sozialdemokratin und fügt an: „Wir müssen gerade diese Probleme noch viel deutlicher in den Fokus nehmen.“

Dass der Staat künftig bis zum 18. Lebensjahr statt wie bisher nur bis zum 12. den Unterhalt vorstrecken wird, wenn der Ex-Partner nicht für den gemeinsamen Nachwuchs zahlt, sei dabei ein Schritt in die richtige Richtung: „Diese Verlängerung war überfällig – genau wie der Wegfall der bisherigen Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre. Aber Alleinerziehende brauchen auch in anderen Bereichen viel mehr Unterstützung“, so Böschen.

Letztlich gehe es darum, in eine auch alleinerziehenden-gerechte Infrastruktur zu investieren: „Das Sicherstellen von Kinderbetreuung ist dabei eine wichtige, aber keineswegs die einzig nötige Maßnahme“, betont Böschen und erklärt: „Ein  existenzielles Problem ist zudem, dass Alleinerziehende auf dem Wohnungsmarkt oft das Nachsehen haben: Das Angebot an passendem Wohnraum ist begrenzt – und für die Frauen oft schlicht nicht zu bezahlen. Hier brauchen wir dringend staatliche Unterstützung. Es darf nicht sein, dass Familien von Alleinerziehenden Angst vor Wohnungslosigkeit haben müssen“, betont Böschen. Sie kündigt eine entsprechende Initiative der SPD-Fraktion an, um auch auf dieses Problem zu reagieren: „Wir brauchen eine klare Strategie, um Alleinerziehende in diesem und in vielen anderen Feldern wirksam zu unterstützen“, mahnt Böschen.

So müsse beispielsweise auch arbeitsmarktpolitisch noch deutlicher auf die Bedürfnisse alleinerziehender Frauen eingegangen werden: „Dass Bremen beim Wiedereinstieg in die öffentliche Beschäftigung alleinerziehende Frauen konkret als Zielgruppe ansprechen will, ist nur folgerichtig. Wir müssen aber auch in der Wirtschaft dafür werben, mehr geeignete, familienfreundliche Arbeitsplätze für Alleinerziehende anzubieten. Diese Frauen stellen jeden Tag unter Beweis, wie einsatzfähig sie sind – das sollten auch Unternehmen als Chance begreifen.“

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