Öffentlicher Nahverkehr

 

Job-Ticket ausweiten – Gewerbegebiete besser anbinden


Jeden Tag machen sich zahlreiche Menschen zu ähnlichen Zeiten auf den Weg zur Arbeit – und nach Feierabend wieder zurück nach Hause. Diese besondere Belastung durch den Berufsverkehr führt regelmäßig zu Staus auf den Straßen. Gleichzeitig werden Arbeitszeiten zunehmend dereguliert und eine größer werdende Zahl an Menschen arbeitet jenseits der klassischen Kernzeiten. Dies stellt die Verkehrswende vor besondere Herausforderungen. Gleichwohl sind hier die größten Fortschritte in Bezug auf die Begrenzung der ökologischen Belastungen zu erreichen.

Wer die Verkehrswende will, muss daher insbesondere den Berufsverkehr in den Fokus von Veränderungen stellen. Insbesondere die bequeme und zeitnahe Erreichbarkeit von Zielorten sowohl zu Stoß- als auch zu Nebenzeiten und der Komfort des ÖPNV können in diesem Sinne einen Anreiz zum Umstieg vom Auto auf Bus und Straßenbahn darstellen. Aber auch Kostenvorteile für die Nutzerinnen und Nutzer spielen für die Verkehrsmittelwahl eine Rolle.

In Bremen sind einige relevante Gewerbegebiete mit vielen Arbeitsplätzen bisher nicht optimal an das bestehende ÖPNV-Netz angebunden. Insbesondere für viele Beschäftigte, die im Güterverkehrszentrum (GVZ) und im Gewerbepark Hansalinie, aber auch im Industriepark (BIP) oder am Bremer Kreuz arbeiten, ist der ÖPNV durch die unzureichende Anbindung an ihre Arbeitsstätten bislang wenig attraktiv und keine echte Alternative zum Auto. Um sie für den ÖPNV zu gewinnen, muss die Anbindung in diesen Gewerbegebieten insgesamt optimiert und besser an die Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst werden.

Nach dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag für den straßengebundenen ÖPNV müssen allerdings politisch gewollte Netzausweitungen finanziell durch die Kommune getragen werden. Um der BSAG in diesem Sinne gegebenenfalls einen entsprechenden Auftrag zu erteilen, sind daher auch die für Bremen entstehenden Kosten und Nutzen zu ermitteln und abzuwägen.

Damit der ÖPNV vor dem Auto auch kostenattraktiv ist, bedarf es einer intelligenten Preisgestaltung für die Nutzerinnen und Nutzer. Aktuell ist das sogenannte „Jobticket“ jedoch nur unter bestimmten Bedingungen, wie etwa einer bestimmten Mindestabnahme durch den Arbeitgeber verfügbar. Entsprechend ist der Kreis der Bezugsberechtigten so auszuweiten, dass möglichst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein solches, durch den Mengenrabatt für sie günstigeres, Ticket erwerben können.

Dabei geht es einerseits darum, zu prüfen, wie sich der Kreis der Bezugsberechtigten durch kleinere Änderungen der bisherigen Regelungen erweitern lässt, aber auch um gänzlich neue Ideen. So soll etwa erörtert werden, ob die Bereitstellung von rabattierten Job-Tickets nicht nur durch die jeweiligen Arbeitgeber, sondern beispielsweise auch durch Kammern, Gewerkschaften oder Berufsvereinigungen möglich ist.

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