Wohnen&Bau

 

Wie können weitere Leerstände und „Schrottimmobilien“ revitalisiert werden?


In Bremen und Bremerhaven gibt es trotz der hohen Nachfrage nach Wohnraum in allen Segmenten aufgegebene Immobilien, leerstehende Häuser und Wohnungen.

In Bremerhaven gehören die Gründerzeitbauten im Goethe-Quartier zu den architektonischen Schmuckstücken der Seestadt, sind aber teilweise sehr verfallen, manche sogar abrissgefährdet. Vielfältige soziale Probleme kennzeichnen das Viertel, Leerstand und Verfall sind die Folge. Inzwischen ist man sich aber der städtebaulichen Qualität dieses zentrumsnahen Quartiers wieder bewusst geworden. Seit einigen Jahren bemüht sich – neben privaten Investoren – besonders die städtische Wohnungsgesellschaft STÄWOG um den Erhalt und die Neunutzung der Gebäude. Mehrere Häuser wurden sorgsam saniert und erstrahlen inzwischen wieder im alten Glanz. Die Bremerhavener Kunsthalle unterstützt die kreative Szene in ihrer Dependance „Goethe45“ und auf der Ruine eines nicht mehr zu rettenden Gebäudes an der Heinrichstraße ist ein Studierendenwohnheim entstanden. Damit ist inzwischen eine räumliche Konzentration von neuen Wohn- und Nutzungsangeboten entstanden, die als sichtbare Erfolge langjähriger Bemühungen vieler unterschiedlicher Akteure zu verzeichnen sind. Die unterschiedlichen Sanierungsvorhaben tragen ebenso zur sozialen Stabilisierung des Quartiers wie zum Erhalt historischer Bausubstanz und zur Schaffung neuen Wohn- und Gewerberaums bei.

Auch in Bremer Quartieren gibt es aufgegebene Immobilien. In Hemelingen und Hastedt, in Gröpelingen oder in Blumenthal gibt es marode, leerstehende Gebäude, die dringend der Sanierung und der Konzeption neuer Nutzungsmöglichkeiten bedürfen. Dabei sind stets gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Nach Rotterdamer Vorbild kommen hier- ebenso wie in Bremerhaven – Projekte nach dem Klushuizen-Prinzip in Frage: Vernachlässigte Häuser, deren Sanierung für die Eigentümer eine zu große Belastung darstellt, werden von der Kommune aufgekauft und im unsanierten oder teilsanierten Zustand zu günstigen Konditionen weiterverkauft an Menschen, die sich im Gegenzug verpflichten, die Wohnungen zu renovieren und mindestens drei Jahre lang selbst zu bewohnen. So kann Wohneigentum besonders für junge Familien oder Baugruppen geschaffen werden, Leerstand vermieden werden und neues Leben in alte Quartiere einziehen.

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