Kleine Anfrage Land: Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz


Kleine Anfrage der Fraktion der SPD

Die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat sich in Bremen und Bremerhaven in den letzten Jahren verbessert. Aber noch immer finden nicht alle Jugendlichen direkt im Anschluss an die Schule einen Ausbildungsplatz. Das führt oft dazu, dass sie sich entscheiden, die Schulzeit zu verlängern, ein Studium aufzunehmen oder in das sogenannte Übergangssystem gehen (z. B. berufsvorbereitende Maßnahmen, Praktika, Jobben), obwohl sie eigentlich eine Ausbildung beginnen wollen. Der Anteil dieser Alternativverbleiber ist in den vergangenen Jahren angestiegen. Doch werden diese Jugendlichen nicht weiter in der offiziellen Ausbildungsmarktbilanz zu den Ausbildungsplatznachfragern gezählt, auch dann nicht, wenn sie faktisch weiter auf Lehrstellensuche sind. Dies führt u.a. dazu, dass bei einer nicht geringen Zahl von jungen Menschen, die ursprünglich bei der Agentur für Arbeit als Ausbildungssuchende gemeldet waren, der weitere Verbleib unbekannt ist. Hinzu kommt eine größere Zahl von Jugendlichen, die zwar über einen berufsqualifizierenden Schulabschluss verfügen, von der Agentur für Arbeit aber aus verschiedenen Gründen als nicht ausbildungsreif eingestuft werden. Auch diese Jugendlichen werden nicht als Bewerberinnen und Bewerbern gezählt.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

1.    Wie viele Jugendliche haben sich im Jahr 2014 bei der Agentur für Arbeit als ausbildungsplatzsuchend gemeldet und wie viele davon haben zu Beginn des Ausbildungsjahres 2014 eine Ausbildung begonnen (differenziert nach Schulabschluss und Geschlecht, sowie Bremen und Bremerhaven)?

2.    Welche Erkenntnisse liegen dem Senat über den Verbleib der Bewerberinnen und Bewerber vor, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben (differenziert nach Schulabschluss und Geschlecht, sowie Bremen und Bremerhaven)?

3.    Gibt es Bewerberinnen und Bewerber, und wenn ja wie viele, die sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Agentur für Arbeit gewandt haben und die nicht den Status „Bewerberinnen/Bewerber“ bekommen haben, etwa weil sie als (noch) nicht ausbildungsfähig eingeschätzt wurden (bitte differenziert nach Schulabschluss und Geschlecht, sowie Bremen und Bremerhaven)?

4.    Liegen dem Senat Erkenntnisse darüber vor, wie viele Jugendliche sich für einen Ausbildungsplatz interessieren, sich aber nicht an die Agentur für Arbeit wenden?
Wenn ja, wie viele dieser Jugendlichen münden in ein Ausbildungsverhältnis ein?

5.    Hält es der Senat für sinnvoll in der Ausbildungsstatistik, zukünftig auch die vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickelte, „erweiterte Angebots-Nachfrage-Relation“ zur Ermittlung des Bedarfs an Ausbildungsplätzen heranzuziehen?

6.    Wie wird mit der zum 1. Mai 2015 startenden Jugendberufsagentur und der Ausbildungsgarantie sichergestellt, dass die aktuell hohe Zahl der Jugendlichen, über deren Verbleib nach der Schule bisher keine Erkenntnisse vorlie-gen, künftig reduziert wird und allen Jugendlichen eine Ausbildung oder eine ausbildungsvorbereitende Maßnahme angeboten wird?

Sarah Ryglewski, Dieter Reinken, Björn Tschöpe und Fraktion der SPD

Teilen via:
FacebookTwitter