Gesundheit

Erschreckender Rückgang der Patientenberatung!

 

Entwicklung der Patientenberatung weiter kritisch beobachten


Mit Sorge sieht die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Steffi Dehne, dass die Anzahl der unabhängigen Patientenberatungen seit einem Wechsel des Trägers massiv zurückgegangen ist. Die Zahl geht aus einem Bericht hervor, der heute in der Gesundheitsdeputation vorgestellt worden ist. Nach dem Wechsel zur Sanvartis GmbH gab es im Jahr 2016 demnach 1.517 Beratungen – gegenüber 5.843 Beratungen im Jahr 2014, als die Patientenberatung noch in einer gemeinwohlorientierten Struktur organisiert war.

„Das entspricht einem Rückgang um fast drei Viertel – das ist aus meiner Sicht eine erschreckend große Zahl, der wir unbedingt weiter nachgehen müssen”, sagt Dehne. Sie verweist darauf, dass die SPD-Fraktion den Trägerwechsel abgelehnt und gemeinsam mit dem grünen Koalitionspartner einen entsprechenden Antrag in der Bürgerschaft beschlossen hat. „Die nun vorgelegten Zahlen beseitigen unsere damaligen Zweifel nicht – im Gegenteil“, betont die Sozialdemokratin.

Überraschend ist die Zahl laut Dehne zudem aus zwei Gründen: „Zum einen haben uns in Bremen keine direkten Beschwerden über den neuen Service von Patienten erreicht, und zum anderen geht die bundesweite Entwicklung in die andere Richtung – die Zahl der Beratungen nimmt zu, auch wenn hier immer mehr am Telefon und immer weniger im direkten Gespräch beraten wird.“

Der nun vorgelegte Bericht könne daher nur ein Zwischenschritt sein, betont die sozialdemokratische Gesundheitspolitikerin. „Eine wirklich unabhängige und funktionierende Patientenberatung ist wichtig für Patientinnen und Patienten“, sagt Dehne. „Wir erwarten daher, dass die Gründe dafür ermittelt werden, warum es im Vergleich zum Jahr 2014 so viel weniger Beratungen gab – und warum dies ein Bremer Phänomen zu sein scheint. Denn wenn ein Wechsel des Trägers dazu führt, dass deutlich weniger Menschen in Bremen Beratung suchen, ist das eine Entwicklung, die wir so nicht akzeptieren können und der wir entgegenwirken müssen.“

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