Kleine Anfrage Land: Landestourismusprogramm


Kleine Anfrage der Fraktion der SPD

Landestourismusprogramm

Der Tourismus im Land Bremen stellt Jahr für Jahr neue Rekordzahlen auf: Im Jahr 2015 stiegen die Ankünfte und Übernachtungen in den gewerblichen Übernachtungsbetrieben des Landes um 4,5 bzw. 3,8 Prozent zum Vorjahr; für den Zeitraum seit 2005 konnte die Stadt Bremen eine Steigerung von 71 bzw. 58 Prozent verzeichnen. Die Stadt Bremen erzielt mit dem Übernachtungs- und Tagestourismus einen Brutto-Umsatz von 1,77 Mrd. Euro, das sind 5,3 % des gesamten bremischen Volkseinkommens und Steuereinnahmen in Höhe von 181 Mio. Euro.

Die hohe Bedeutung der Tourismusbranche für die Wirtschaft im Land Bremen zeigt sich darin, dass der Tourismus vielfältige Verflechtungen in andere Wirtschaftszweige hat und sehr personalintensiv ist. Von den tourismusbedingten Umsätzen fließen rund die Hälfte (47 Prozent) in den Einzelhandel, weitere 40 Prozent in das Gastgewerbe (Beherbergung und Gastronomie) und 13 Prozent in den Dienstleistungsbereich. Rund 33.000 Menschen arbeiten heute im Tourismusbereich und bestreiten ihren Lebensunterhalt durch dieses Geschäftsfeld, allein im Gastgewerbe arbeiten inzwischen rund 17.000 Menschen.

Grundlage dieser erfreulichen Entwicklung in der Tourismusbranche war die in den vergangenen Jahren konsequent betriebene Förderung und der Ausbau der tourismusrelevanten Infrastruktur im Land Bremen mit dem „Tourismusprogramm von 1991“ und dem „Tourismuskonzept Land Bremen 2015“. Dadurch konnte Bremen von Anfang an am stark wachsenden Städtetourismus ganz entscheidend partizipieren und von der dynamischen Entwicklung dieser Branche nachhaltig profitieren. Hier zeigt sich, wie wichtig es war, das touristische Angebot weiterzuentwickeln und ein neues Tourismusprogramm für das Land vorzulegen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

1. Konnten die wesentlichen Ziele des Tourismuskonzepts Land Bremen 2015 erreicht werden?

2. Wann kann mit der Veröffentlichung eines neuen Landestourismuskonzepts gerechnet werden?

3. Wird es bei der Erstellung eines neuen Tourismuskonzeptes eine Koope-ration zwischen den beiden Städten Bremen und Bremerhaven geben?

4. Das Marketing der beiden Städte und die regionale Kooperation wurde im Tourismuskonzept Bremen 2015 mit der Formel „getrennt profilieren, vereint positionieren“ und der Strategie „Dachmarke plus Nutzenangebot“ beschrieben. Wie hat man sich das in der praktischen Arbeit der Tourismusförderung vorzustellen und war dieser Ansatz erfolgreich?

5. Welche Rolle spielt das Kreuzfahrt-Terminal Bremerhaven für die Tourismus-branche in Bremerhaven und Bremen? Wieviel Schiffe legen dort an, wie lan-ge bleiben sie und wie viele Touristen kommen auf diesem Weg in die beiden Städte?

6. Werden die Stopover-Passagiere auf den Schiffen gezielt beworben und wie könnten Maßnahmen aussehen, die Changeover-Passagiere für einen längeren Aufenthalt in den Städten zu gewinnen?

7. Wie viele Flusskreuzfahrtschiffe legen jedes Jahr an den Anlegern am Tiefer und am ehemaligen Weserbahnhof an und woher kommen sie?

8. Welche neuen Maßnahmen werden in Zukunft ergriffen werden, um auch weiterhin die Aufenthaltsdauer und die Zahl der BesucherInnen zu steigern?

9. Wie ist die bisherige Resonanz auf das Angebot des barrierefreien Stadtführers, das online abrufbar ist?
Andreas Kottisch, Björn Tschöpe und Fraktion der SPD

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