Erinnerung an NS-Unrecht

 

Gedenken an das KZ Außenlager „Schützenhof“ gewährleisten


Während des Zweiten Weltkriegs war die A.G. Weser intensiv an der Rüstungsproduktion und der Herstellung von U-Booten für das nationalsozialistische Regime beteiligt. In den letzten Kriegsmonaten sollten KZ-Häftlinge den eklatanten Mangel an Arbeitskräften kompensieren. Auf dem Gelände des Schützenhofs in der Bromberger Straße bestand für wenige Monate, von Ende Dezember 1944 bis Anfang April 1945, ein Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg, in dem insgesamt 1054 Menschen inhaftiert waren. Hierunter befanden sich neben Juden aus Ungarn und Polen, sowjetische Kriegsgefangene und deutsche und belgische politische Häftlinge. Die Namen von 257 Menschen sind bekannt, die das Lager und die Zwangsarbeit bei der A.G. Weser nicht überlebt haben.

An diese Geschehnisse erinnert ein eindrücklicher Smartphone-basierter Audiowalk, der die vergessene Geschichte des Zwangsarbeiterlagers und seiner Häftlinge an unterschiedlichen Stationen im Stadtteil erzählt. Auf dem Rundgang durch Gröpelingen vom „Schützenhof“ zum Hafen sind die die Erinnerungen von Überlebenden und ihren Angehörigen, von früheren Nachbarn, die den täglichen Weg der Häftlinge zum Arbeitsort bei der AG Weser gesehen haben, zu hören.

Vor der Nutzung als KZ-Außenlager waren auf dem Gelände Roma und Sinti vor ihrer Deportation in das Todeslager Belzec, polnische Zwangsarbeiter und indische Seeleute interniert. Nach dem Krieg wurden die im Herbst 1944 errichteten Baracken bis 1959 für die Unterbringung von Vertriebenen genutzt.

Nicht nur als Ausgangspunkt für den Audiowalk, sondern als lokaler Erinnerungsort, sollte das Gedenken an diese düstere Bremische Rüstungsgeschichte und die Verbrechen der Nationalsozialisten gepflegt werden können.

Das Gebiet, in welchem sich das ehemalige Lagergelände befindet zwischen Bromberger Str., Kulmer Str. und dem Kleingartengebiet beiderseits des Schützenweges soll im Bebauplanverfahren 2080 seit 1993 einer Wohnbebauung zugeführt werden. In Anbetracht des Mangels an bezahlbarem Wohnraum und der besonderen Geeignetheit der Bebauungsplanfläche für Baumaßnahmen im Rahmen des Förderprogramms für Wohneigentumserwerb für Familien in sozial belasteten Ortsteilen, ist zeitnah über dem Umgang mit noch vorhandenen baulichen Resten des Lagers zu entscheiden

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