Neue Steuer soll Wettbüro-Wildwuchs bremsen


Eine neue Steuer soll die weitere Ausbreitung von Wettbüros in der Stadt verhindern. Das hat die Bürgerschaft heute auf Initiative der SPD-Fraktion beschlossen. Die entsprechende Gesetzesänderung sieht vor, dass Anbieter, bei denen Wetten nicht nur angenommen, sondern auch mitverfolgt werden können, künftig eine Zusatzabgabe leisten müssen: Pro vorhandenem Bildschirm in den Wettstuben werden ab Juli 60 Euro pro Monat fällig.

Dazu der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sükrü Senkal: „In den vergangenen Jahren schießen auch in Bremen Wettbüros wie Pilze aus dem Boden – und das vor allem in sogenannten benachteiligten Stadtteilen. Dort veröden teilweise ganze Straßenzüge.“ Zudem werde aus dem vermeintlichen Wettspaß nicht selten bitterer Ernst: „Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene – und damit eine besonders spielsuchtgefährdete Gruppe – werden durch die Zockerbuden vor der eigenen Haustür angezogen. Nicht selten mit verheerenden Folgen – angefangen von existenzbedrohender Überschuldung bis hin zu Beschaffungskriminalität oder gar Suizidgedanken.“

Dagegen anzugehen, sei der eigentliche Hintergrund der Wettbürosteuer: „Rund 300.000 bis 400.000 Euro sind dadurch als zusätzliche Steuereinnahmen zu erwarten. Das ist selbstverständlich auch ein sinnvoller Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. Aber in erster Linie geht es uns darum, die Spieler vor einem wildwachsenden Angebot und den davon ausgehenden Gefahren zu schützen.“
Die Steuer diene zudem dazu, einen noch besseren Zugriff auf diesen gewerblichen Graubereich zu erhalten. Senkal: „Es geht uns darum, dem Boom von Wettbüros in manchen Teilen unserer Stadt etwas entgegenzusetzen. Das Ziel dabei ist klar: Wir wollen das Geschäft für Wettanbieter regulieren und das Eröffnen weiterer Wettstuben unattraktiver machen. Durch die neue Abgabe wird es beispielsweise deutlich weniger lukrativ, im Nebenraum eines Kiosks, einer Teestube oder eines Cafés zusätzlich ein Wettbüro zu unterhalten.“

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