Öffentlicher Rundfunk: Sendungen sollen online bleiben


Ob Tatort oder Tagesschau – die öffentlich-rechtlichen Anstalten und ihr Programm werden von uns allen mit dem Rundfunkbeitrag finanziert. Die produzierten Inhalte in Bild und Ton sind damit öffentliches Allgemeingut und sollen der gesamten Bevölkerung ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen – genau das hat heute der Bremer Landtag auf Basis eines von der SPD initiierten Antrags gefordert.

Hintergrund: Während Sendungen der Privatsender oder Videos auf Plattformen wie YouTube ohne zeitliche Beschränkungen im Internet abrufbar bleiben, müssen Sendungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten bislang nach bestimmten Fristen wieder aus den Mediatheken gelöscht werden. Diese Regelung wurde vor einigen Jahren auf Druck privater Verleger und Medienkonzerne eingeführt, da diese die Konkurrenz der öffentlich-rechtlichen Anstalten fürchten.

„Das Internet entwickelt sich mehr und mehr zu einem Leitmedium. Es ist daher nicht einzusehen, dass die bereits von der Allgemeinheit finanzierten Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender künstlichen Beschränkungen unterliegen“, betonte die medienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Antje Grotheer. Der heutige Beschluss der Bürgerschaft ist daher eindeutig: Produktionen der Öffentlich-Rechtlichen sollen künftig ohne zeitliche Begrenzung  frei abrufbar werden. „Es ist niemandem zu erklären, wieso beispielsweise die durch Rundfunkbeiträge voll finanzierten Produktionen  von Radio Bremen nach ein paar Wochen wieder gelöscht werden müssen“, betont Grotheer.

Außerdem soll der Senat auf Bundesebene darauf drängen, dass das öffentlich-rechtliche Angebot zukünftig auch auf mobilen Geräten komfortabel nutzbar wird: „Den Sendern muss es auch weiterhin möglich sein, Apps für Smartphones oder Tablets anzubieten, um ihre Inhalte auch mobilen Geräten abrufbar zu machen“, betont Grotheer. Dabei müsse allerdings sichergestellt werden, dass alle Inhalte kostenlos angeboten werden: „Denn die Inhalte sind bereits von den Nutzerinnen und Nutzern durch den Rundfunkbeitrag finanziert und dürfen deshalb keine weiteren Kosten für sie verursachen.“

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