Wirschaft und Häfen

Hafenarbeit stärken!

 

Laschen ist Hafenarbeit!


Das Laschen und Entlaschen von Containern und anderen Transportgütern, also die Ladungs-sicherung auf Schiffen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Damit die Ladung unbeschä-digt am Zielhafen ankommt, aber auch das Schiff und die Seeleute keinen Schaden erleiden, ist es wichtig, über die aktuellen Ladungssicherungstechniken informiert zu sein, diese per-fekt zu beherrschen und sich regelmäßig zu qualifizieren.

Gerade in einem Universalhafen wie dem stadtbremischen ist es von großer Bedeutung, dass die Transportgüter nicht nur unbeschadet, sondern auch zügig auf ihren Weg gebracht wer-den. So ist es auch vor dem Hintergrund von Wartezeiten und eng durchgetakteten Abläufen in den Häfen sinnvoll, das Laschen und Entlaschen von Transportgütern auf Frachtschiffen von hiesigen, speziell dafür ausgebildeten und zertifizierten Hafenarbeitern übernehmen zu lassen. Das schafft Sicherheit und spart zudem noch Zeit. Gerade im Containerbereich ist es jetzt schon kaum möglich, die Ladungssicherung und -entsicherung durch die Besatzung vor-nehmen zu lassen, da die Zeit, die zum Löschen vorgesehen ist, häufig nicht ausreicht und das dafür notwendige Gerät nur hafenseitig vorgehalten werden kann. Daher behilft sich schon heute die Mehrheit der Containerschiffe hiesiger Unternehmen, die die fachkundige Ladungssicherung vornehmen.

Es geschieht jedoch, dass die Ladung von der Besatzung an Bord ge- oder entsichert wird, auch dann, wenn die tägliche Höchstarbeitszeit bereits erreicht ist. Hier gilt es auch, die Ar-beits- und Ruhezeiten der Seeleute zu überwachen, nicht zuletzt für ihren eigenen Schutz. Unsachgemäß durchgeführte Ladungssicherungsarbeiten beim Ein- bzw. Auslaufen in/aus den Häfen haben schon zu tödlichen Unfällen von Seeleuten geführt. Besonders kritisch wird dies bei gefährlichen Gütern bzw. Gefahrengut, welches bei Megaschiffen ca. 30 Prozent der gesamten Ladung ausmacht. Dies ist ein enormes Risiko sowohl für die Besatzung, als auch für die Hafensicherheit und stellt zudem ein nicht zu unterschätzendes Umweltrisiko dar. Besonders hier ist es wichtig, die Sicherungsarbeiten von speziell dafür ausgebildeten Perso-nen vornehmen zu lassen – nicht zuletzt aus wirtschaftlicher Perspektive, da es sich meistens um sehr teure und speziell angefertigte Ware handelt.

In Zeiten der Digitalisierung werden zudem viele manuelle Tätigkeiten wegfallen, so aber nicht das Laschen und Entlaschen. Hier braucht es auch weiterhin die fachmännische Tätig-keit der qualifizierten Hafenarbeiter. Nur so können auch im Hinblick auf Globalisierung so-wohl der zunehmende Gütertransport, aber auch die hiesige Hafenarbeit gesichert werden.
Für Containerschiffe wurde hinsichtlich der Ladungssicherung bereits eine international rati-fizierte Regelung getroffen: In den „Änderungen der Richtlinien für die sachgerechte Stauung und Sicherung von Ladung bei der Beförderung mit Seeschiffen (CSS-Code)“, Annex 14, Satz 7.1.1 und 7.1.2 ist geregelt, dass die Ladungssicherung hafenseitig überprüft und vorge-nommen werden soll. Gültig ist dies seit dem 1.1.2015 – auch in Deutschland. Daher gilt es nun diese Regelung in die hiesige Hafenordnung aufzunehmen und auszuweiten. Nicht nur die Ladung auf Containerschiffen soll von unseren für das Laschen und Entlaschen ausgebil-deten Facharbeitern gesichert werden, dies soll und muss auch für alle andere Ladungen gelten.

Die Bürgerschaft (Landtag) möge beschließen:

Wir fordern den Senat auf,

1. sich mit den Ländern Niedersachsen und Hamburg auf ein einheitliches Vorgehen zu verständigen, um sicherzustellen, dass auf allen in die jeweiligen Seehäfen einlaufen-den See- und Binnenschiffen die dortigen Ladungssicherungs- und entsicherungsarbei-ten hafenseitig ausschließlich von speziell für das Laschen ausgebildeten Hafenarbei-tern vorgenommen werden;

2. die Überwachung der bestehenden Wach- und Ruhezeiten zum Schutze der Seeleute zu intensivieren;

3. dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Häfen im Lande Bremen Mitte des Jahres 2018 über die Umsetzung zu berichten.

Teilen via:
Facebook