Häfen

Dem brutalen System der Billigflaggen etwas entgegensetzen und die Arbeit im Hafen sichern!

 

Arbeit im Hafen sichern!


Es ist eine Entwicklung, die deutliche Gefahren birgt: Um Kosten zu sparen, erledigen immer häufiger Schiffsbesatzungen selbst das Sichern und Entsichern – das sogenannte Laschen und Entlaschen – der Ladung,  statt dies den dafür ausgebildeten Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter zu überlassen. Gerade auf Schiffen unter Billigflagge werden dadurch oftmals die Ruhezeiten der Seeleute nicht eingehalten.. Die Folgen sind vielfältig: Die Unfallhäufigkeit steigt – schwere Knochenbrüche, Prellungen und andere Verletzungen nehmen zu  und der Druck auf die Seeleute wächst. So kam es bereits zu Todesfällen – so etwa im Hamburger Hafen, weil ein Besatzungsmitglied die Ladung schon während des Einlaufens in den Hafen entsichern sollte, dabei ausrutschte und in der Elbe ertrank.

Für den Bremerhavener SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Uwe Schmidt steht fest: „Wir müssen diesem brutalen System der Billigflaggen etwas entgegensetzen, die Seeleute schützen und die Arbeit im Hafen sichern.“ Der gelernte Hafenarbeiter macht deutlich: „Gerade auch der unsachgemäße Umgang mit Gefahrgut durch nicht dafür qualifizierte Seeleute stellt ein enormes Risiko dar: für die Besatzungen, aber auch für die Hafensicherheit und den reibungslosen Betrieb im Hafen – von den möglichen Umweltrisiken, wenn etwas schief geht, ganz zu schweigen.“

Schmidt und der hafenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Elias Tsartilidis, stellen daher klar: „Allein schon zur Gefahrenabwehr ist es unverzichtbar, dass auf den Container- und Binnenschiffen, die unsere Häfen anlaufen,  qualifizierte Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter diesen Job – also das Laschen und Entlaschen – erledigen.“

Darüber hinaus gehe es auch darum, die qualifizierte Arbeit in den Häfen zu sichern: „Schon heute fallen durch die zunehmende Digitalisierung viele manuelle Tätigkeiten an der Hafenkante weg. Das Laschen und Entlaschen muss aber auch in Zukunft eine klare Aufgabe der Profis in den Häfen bleiben. Hier braucht es weiterhin das fachmännische Können der qualifizierten Hafenarbeiterinnen – und arbeiter“, betont Schmidt.

Auf seine Initiative hin hat die rot-grüne Koalition daher heute einen entsprechenden Antrag (siehe Anhang) eingebracht, mit dem der Senat aufgefordert wird, gemeinsam mit Niedersachsen und Hamburg sicherzustellen, dass das Sichern und Entsichern von Ladung in den jeweiligen Häfen ausschließlich von entsprechend ausgebildeten Hafenarbeiterinnen und -arbeitern vorgenommen wird.  Zudem soll die Überwachung der Ruhezeiten der Seeleute künftig intensiviert werden, um sie besser vor dem Druck durch ihre Arbeitgeber zu schützen.

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