Weltfrauentag

 

Schwangere und Mütter besser schützen!


100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – im Zeichen dieses Jubiläums steht in diesem Jahr der internationale Frauentag. Seit dem 12. November 1918 gilt in Deutschland auch für Frauen das aktive und passive Wahlrecht. „Es war ein langer Weg dorthin, aber an diesem Tag wurde der lange und harte Kampf für politische Gleichberechtigung von Frauen endlich belohnt“, sagt die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sybille Böschen. „Doch auch 100 Jahre nach diesem Meilenstein haben wir noch nicht die vollständige Gleichberechtigung von Männern und Frauen erreicht. Nach wie vor kämpfen Frauen mit ganz spezifischen Problemen – auch und gerade im Berufsleben. Diese zu überwinden ist eine Aufgabe, der wir uns an 365 Tagen im Jahr annehmen, der internationale Frauentag ist aber ein guter Anlass, darauf aufmerksam zu machen.”

Böschen legt in diesem Jahr den Fokus auf werdende Mütter. „Der berufliche Erfolg ist mit der Frage der Familiengründung nach wie vor eng verknüpft“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Mit einer Schwangerschaft verschlechtern sich häufig die Karrierechancen von Frauen – und das auf jedem Qualifikationsniveau. Werden Frauen während ihrer Ausbildung schwanger, ist nicht selten sogar der Abschluss in Gefahr – mit dramatischen langfristigen Folgen für den weiteren Berufsweg und die finanzielle Absicherung. Hier gibt es noch eine Menge zu tun.“

Das seit dem 1. Januar 2018 neugefasste Mutterschutzgesetz auf Bundesebene formuliere Regelungen zeitgemäßer und verständlicher und verbessere ihre Akzeptanz und Umsetzung, hebt Böschen hervor. „Als SPD-Fraktion wollen wir aber noch einen Schritt weitergehen”, berichtet sie, „wir haben daher einen Antrag beschlossen, der dabei helfen soll, den Mutterschutz in Bremen zu verbessern. Wir schlagen etwa vor, dass solche Gesichtspunkte bei der Vergabe von Zertifikaten stärker berücksichtigt werden, die Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bescheinigen. Wir setzen uns zudem für eine Informationskampagne ein, die aufzeigt, wie Berufstätigkeit während der Schwangerschaft möglich ist. Und schließlich wollen wir eine Impfberatung für Beschäftigte, Auszubildende und Schüler in den Bereichen Erziehung, Bildung und Pflege – damit schwangere Beschäftigte vor Krankheiten geschützt werden, ihrer Tätigkeit oder Ausbildung aber bis zum Mutterschutz nachgehen können.”

„Wir möchten erreichen, dass mutterschutzbedingte Beschäftigungsverbote nur noch da ausgesprochen werden, wo sie unvermeidbar sind“, sagt Sybille Böschen. „Häufig verlängert ein solches Verbot die Erwerbsunterbrechung vor der Geburt statt die Gestaltung schwangerengerechter Arbeitsplätz zu fördern. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass Arbeitsplätze an die Bedürfnisse von Schwangeren angepasst werden. Denn die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt sich nicht erst dann, wenn ein Kind geboren ist. Sie stellt sich bereits dann, wenn eine Frau schwanger ist. Die Umsetzung des Mutterschutzes im Betrieb leistet einen wesentlichen Beitrag zur Chancengleichheit und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

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