Justiz

 

Wie beurteilt der Senat die Situation im Strafvollzug?


Das Bremische Strafvollzugsgesetz benennt das Ziel des Strafvollzugs in Paragraf 2 klar: Die Gefangenen sollen befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Darüber hinaus soll er dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten dienen. Strafvollzug erfolgt in Justizvollzugsanstalten (JVA). Entfernt von Familie und Freunden und dem gewohnten räumlichen Umfeld stellt das dortige Leben für die Insassinnen und Insassen in aller Regel einen Ausnahmezustand dar. Dennoch soll der Alltag dort den allgemeinen Lebensverhältnissen so weit wie möglich angeglichen werden und von Beginn an auf die Eingliederung der Gefangenen in das Leben in Freiheit hinwirken. Schädlichen Folgen des Freiheitsentzuges ist entgegenzuwirken. All das lässt sich dem Gesetz entnehmen. Doch wie gestaltet sich die Haft in Bremen und Bremerhaven tatsächlich?

Die Ansprüche an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Justizvollzug sind hoch und die Herausforderungen in den letzten Jahren weiter gestiegen. Sie müssen einerseits die Sicherheit und Ordnung in der JVA gewährleisten und andererseits eine Arbeitsbeziehung zu den Gefangenen aufbauen, um sie im Interesse ihrer Resozialisierung zu der nötigen Selbstreflexion zu motivieren. Notwendig sind kulturelle und Bildungsangebote ebenso wie solche für Beschäftigung und Therapie. Die Gefangenenpopulation ist vielfältiger geworden, die Bandbreite der zu verbüßenden Freiheitsstrafen und die daraus resultierenden spezifischen Anforderungen an die Ausgestaltung als Behandlungsvollzug ebenso. Die Justizvollzugsanstalten im Land Bremen leisten hier gute Arbeit bei der Verwirklichung des Ziels des Strafvollzuges, Menschen dazu zu befähigen, ihre Potentiale für ein straffreies und sinnerfülltes Leben zu entwickeln und zu nutzen.