Wirtschaft

 

Social Entrepreneurship im Land Bremen


Sozialunternehmen sind ein Bereich wirtschaftlicher Tätigkeit, dem zunehmend größere Bedeutung beigemessen wird. Die EU versteht darunter „Unternehmen, für die das soziale oder gesellschaftliche gemeinnützige Ziel Sinn und Zweck ihrer Geschäftstätigkeit darstellt, was sich oft in einem hohen Maße an sozialer Innovation äußert; deren Gewinne größtenteils wieder investiert werden, um dieses soziale Ziel zu erreichen; und deren Organisationsstruktur oder Eigentumsverhältnisse dieses Ziel widerspiegeln, da sie auf Prinzipien der Mitbestimmung oder Mitarbeiterbeteiligung basieren oder auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtet sind.“(Initiative für soziales Unternehmertum, Mitteilung 682 der Europäischen Kommission, 2011) Das Spektrum des „Social Entrepreneurship“ reicht von klassischen Genossenschaften oder Wohlfahrtsverbänden bis zu Social Startups, die innovative Lösungen für gesellschaftliche Problemlagen entwickeln.

Startups im Bereich Social Entrepreneurship stellen sich die Aufgabe, gesellschaftliche Herausforderungen (von Nachhaltigkeit und Klimaschutz bis zu Integration und Nachbarschaftshilfe) mit unternehmerischen Mitteln anzugehen und dafür nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Sie bilden daher einen wichtigen Bestandteil innovativer Wirtschaftslandschaften. Dabei kann sich ihr Beitrag zum Innovationsgeschehen sowohl auf technologische als auch auf soziale Innovation richten.

Der verstärkten Anerkennung der Bedeutung und der Potenziale von Social Entrepreneurship stehen jedoch verschiedene Hindernisse gegenüber, mit denen solche Unternehmen konfrontiert sind. Sie haben größere Probleme, Zugang zu Investitionskapital zu bekommen. Eigene Coworking-Spaces für soziale Startups sind bislang noch die Ausnahme. Wenn es sich um non-profit-Unternehmen handelt, sind sie von der staatlichen Wirtschaftsförderung im Rahmen der GRW (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) in den meisten Bundesländern ausgenommen. Solche Hindernisse zu beseitigen und die Potenziale von Social Entrepreneurship freizusetzen, ist eine wichtige Aufgabe für eine innovationsorientierte regionale Wirtschaftspolitik. Der 2018 beschlossene Antrag „Solidarische Ökonomie stärken“ (Drs. 19/1820) hat bereits wichtige Anregungen in diese Richtung gegeben.

In Bremen und Bremerhaven ist der Bereich dabei, sich zu entwickeln. Eine wichtige Initiative ist das Social Impact Lab Bremen. Es gibt einen regelmäßigen Stammtisch Social Entrepreneurship Bremen, im Rahmen der Gründungswoche 2019 fand auch ein eigener Workshop zu Social Entrepreneurship statt.

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