Soziales

 

Sozialindex schärfen und fortentwickeln


Das Land Bremen nutzt seit über 25 Jahren Sozialindikatoren, um soziale Ungleichheiten in Stadtteilen zu erkennen und um diesen durch gezielte Steuerung von Haushaltsmitteln entgegenzuwirken. Im Laufe der Zeit wurden die Berechnungsmodelle und Indikatoren verändert und erweitert, anhand derer die Lebenssituationen der Menschen im Stadtteil gemessen wurden. Die aktuelle Berechnungsgrundlage bildet das Konzept „Monitoring Soziale Stadtentwicklung“. Dieses Konzept gilt es weiterzuentwickeln und auf eine kleinräumigere Betrachtung auf Baublockebene auszurichten.

Das bisherige Monitoring bietet zwar statistische Hinweise auf die soziale Situation der Menschen in einzelnen Ortsteilen und lässt das vermehrte Auftreten von sozialen Problemlagen in bestimmten Bereichen grundsätzlich erkennen. Jedoch wird der Blick auf einige Quartiere verzerrt, wenn sich soziale Brennpunkte untermittelbar neben gutbürgerlichen Wohnstraßen befinden. Dies führt dazu, dass Ortsteile in der Gesamtbetrachtung vermeintlich weniger Handlungsbedarf aufweisen. Das kleinteiligere Herunterbrechen auf die sozialen Indikatoren im Wohnquartier und auf die Baublockebene würde hingegen den wahren Bedarf ausweisen. Dies hätte auch entscheidenden Einfluss auf die Mittelzuweisungen der WIN- und Soziale Stadt-Gebiete, Kindergärten und Schulen.

Die kleinräumigere Fokussierung von Quartieren ist ein wichtiger Schritt, um Quartiere zu stärken, die dank ihrer jahrzehntelangen Integrationsleistung auch bei der Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten unmittelbar große Hilfe geleistet haben. Den vielfältigen Herausforderungen, vor denen diese Quartiere stehen, muss durch die Anpassung der Sozialindikatoren auf Baublockebene Rechnung getragen werden.

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