Städtepartnerschaft

 

SS-Nostalgie in Lettlands Hauptstadt Riga


Seit 1991 werden in Riga alljährlich im März am Freiheitsdenkmal ein Gottesdienst und eine fahnengeschmückte Kundgebung zu Ehren der im März 1943 aufgestellten Einheiten der lettischen Waffen-SS abgehalten, der sogenannte „Tag der Legionäre“. Teil dieser Truppe wurden während des Krieges auch Mitglieder des Kommandos Victor Arajs, die zuvor an der Verfolgung und Ermordung eines Teils der jüdischen Bevölkerung Lettlands beteiligt waren. Dieser zumindest unreflektierte Umgang mit der Vergangenheit sorgt seit Jahren international für Irritationen. Das Parlament der Republik Lettland reagierte, indem sie diesem Tag 1998 den Status eines nationalen Feiertags aberkannte.

Seit 1985 verbindet Bremen eine Städtepartnerschaft mit der lettischen Hauptstadt Riga. Zu dieser Metropole im Baltikum bestehen bereits seit den Zeiten der Hanse enge wirtschaftliche und andere Verbindungen. Die Beziehung zwischen den beiden Hansestädten ist so alt wie Riga selbst, nämlich 800 Jahre. Im Zuge der Christianisierung bauten deutsche Kaufleute Handelsverbindungen mit den baltischen Staaten auf. 1282 wurde Riga Mitglied der Hanse. Lebhafter Handelsverkehr zwischen den Hansestädten Riga und Bremen führten dazu, dass 1827 sogar für vierzig Jahre ein bremisches Konsulat in Riga eingerichtet wurde.

Diese Verbindungen haben sich im Laufe der Zeit und geschuldet den wechselnden politischen Verhältnissen mal mehr oder weniger intensiv gestaltet.

Die deutsche Besetzung Lettlands 1941, die durch lettische Kollaboration begünstigte Ermordung der lettischen Juden und die Verstrickung der lettischen Waffen-SS in den deutschen industriellen Massenmord sind Teil dieser gemeinsamen und verwobenen Geschichte.

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