Gesundheit & Verbraucherschutz

 

Strategien gegen Übergewicht, Adipositas und Diabetes


Zucker ist aus unserem Leben, unseren Küchen, aus dem Alltag, aus vielen Gerichten nicht mehr wegzudenken. Es gibt kaum ein Essen ohne Zucker oder zuckerverwandte Zutaten. Ob Kaffee, Eistee, Kuchen, Süßspeise, Riegel, Pizza, Müsli, Fruchtjoghurt oder Salatsoßen – Zucker versüßt das Leben. Er versorgt uns mit Energie, sättigt aber nicht. Zucker tut der Seele gut, dem Körper nur in Maßen.

Zucker ist aber auch verführerisch, und zwar gefährlich verführerisch. Die Kehrseite des Zuckerkonsums: Karies, Dickleibigkeit, Diabetes, chronische Herz- und Kreislauferkrankungen. Vor allem die Zahl der übergewichtigen und an Diabetes erkrankten Kinder ist alarmierend. Als wesentliche Ursache dafür gilt Fehlernährung, insbesondere durch den Konsum von zuckerhaltigen Getränken. Wer seinen Durst hauptsächlich mit Softdrinks löscht, nimmt besonders viel Zucker zu sich. Daher hat zuletzt Großbritannien eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke beschlossen. Bei Getränken mit einem Zuckergehalt zwischen fünf und acht Gramm pro 100 Milliliter beträgt die Abgabe 21 Cent pro Liter. Getränke, die mehr als acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten, werden mit 28 Cent pro Liter besteuert. Anfang Mai haben 2.061 Ärzt*innen, darunter mehr als 1.300 Kinderärzt*innen, 222 Diabetolog*innen und 58 Medizinprofessor*innen, die Bundesregierung in einem offenen Brief aufgefordert, endlich wirksame Gegenmaßnahmen umzusetzen.

Zucker versteckt sich auf Verpackungen hinter verschiedensten Namen, auch bei vermeintlich gesunden Produkten: Hinter allem, was mit „-ose“ oder „-sirup“ endet, verbirgt sich auf irgendeine Weise Zucker in verschiedenster Form. Er tarnt sich z. B. als Saccharose, Dextrose, Glukose oder Fruktosesirup. Doch kaum jemand prüft das Kleingedruckte. Die Menge an Zucker, die bei den Nährwertangaben genannt werden muss, sagt vielen Menschen nichts. Eine Forderung des Offenen Briefs lautet daher, eine Nährwertampel für verarbeitete Lebensmittel einzuführen, die durch ihre Farben eine gute Orientierung für Verbraucherinnen und Verbraucher bieten könnte. Diese Kennzeichnung soll gerade zum Schutze von Kindern und Jugendlichen vor Langzeitfolgen deutlich sichtbar machen, wie viel Zucker im Produkt versteckt ist. Verbindliche DGE-Standards für die Kita- und Schulverpflegung, wie sie in Bremen bereits etabliert sind, sowie Bildungsangebote für Eltern und Kinder sind ebenfalls Forderungen des Offenen Briefes der Ärzte.