Finanzen

 

Transparenz des Finanzwesens erhöhen


Die Banken- und Finanzkrise der Jahre 2007/2008 hat deutlich gemacht, dass sich die Finanzwirtschaft meilenweit von ihrer ursprünglichen Aufgabe, der Versorgung der Realwirtschaft mit Geld entfernt hat. Resultat dieser Krise war, dass viele Banken das Vertrauen ihrer Kundinnen und Kunden verloren haben und mit öffentlichen Mitteln gerettet werden mussten, um den Zusammenbruch ganzer Volkswirtschaften zu verhindern. Auf europäischer Ebene sind in Folge diverse Maßnahmen getroffen worden, um die Finanzwirtschaft und das Bankenwesen zu reformieren. Insbesondere der Abbau von faulen Bankkrediten, die eine enorme Wachstumsbremse darstellen, steht im Zentrum der Bemühungen der Europäischen Kommission (Transparenzherstellung über „faule“ Darlehen, Auslagerung dieser Darlehen in nationale Abbaueinheiten, mehr Eigenkapitalhinterlegung für diese Darlehen).

Aktuell wird es für Banken immer notwendiger mehr Transparenz in ihren Finanzabwicklungen zu schaffen, denn Kundinnen und Kunden haben ein hohes und gerechtfertigtes Interesse zu erfahren an welchen Unternehmen sich Banken beteiligen und welche Projekte dadurch realisiert werden – ob damit zum Beispiel regenerative Energien gefördert werden oder die Errichtung und der Betrieb von Kohlekraftwerken, ob damit Kleinbauern in Schwellenländern unterstützt werden oder Agrarkonzerne wie Archer Daniels Midland, Bunge oder Bayer (inkl. Monsanto). Bis auf wenige Ausnahmen erhalten die Kundinnen und Kunden bei den ca. 2.000 Finanzinstituten in der EU auch auf Nachfrage häufig keine Auskunft darüber, welche Investitionen mit ihrem Geld ermöglicht werden. In der Regel wissen sie also nicht, was mit ihrem Geld, das sie auf einem Spar- oder Girokonto, in einer Versicherung oder einem anderem Finanzprodukt anlegen, gemacht wird.
Auf dieser Grundlage könnten hieran interessierte Kundinnen und Kunden jedoch bewusste Anlage-Entscheidungen treffen und dabei ihr Entscheidungshandeln an ethischen und ökologischen Erwägungen orientieren.

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